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Weser-Kurier: Zum deutsch-chinesischen Treffen schreibt Norbert Holst:

Bremen (ots) - Deutschland und China pflegen ihre Beziehungen. Schon zum dritten Mal in diesem Jahr gab es Kontakte auf höchster Ebene. Was längst nicht heißt, dass zwischen Berlin und Peking alles in Ordnung wäre. So verbitten sich die Chinesen eine"Einmischung in innere Angelegenheiten". Was Kanzlerin Merkel aber nicht davon abhält, das lebenslange Hafturteil gegen den uigurischen Menschenrechtler Ilham Tohti zu kritisieren oder eine besonnene Reaktion auf die Proteste in Hongkong einzufordern. Die Deutschen hingegen ärgern sich über Produktpiraterie und Ermittlungen gegen deutsche Firmen. Deutschland ist Chinas größter Handelspartner in Europa. Bis 2015 soll sich das Handelsvolumen auf satte 200 Milliarden Euro belaufen. Auch deshalb ist das deutsch-chinesische Verhältnis belastbarer geworden. Mag sich Peking über Merkel ärgern und Berlin die Verhaftung der "Zeit"-Mitarbeiterin als Affront werten, es tut der Beziehung keinen Abbruch. Allerdings sind auch die Hoffnungen verflogen, dass die Annäherung einen Wandel bewirken könnte. Die Verhaftung der Mitarbeiterin, das Urteil gegen Tohti und der Umgang mit den Protesten in Hongkong unterstreichen: Politisch bleibt Peking stramm auf Kurs.

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