Deutsche AIDS-Hilfe

Deutsche AIDS-Hilfe zum Anstieg der Drogentodesfälle: Zugang zur Substitution erleichtern und andere Angebote der Schadensminimierung und Überlebenshilfe ausweiten

    Berlin (ots) - Die Deutsche AIDS-Hilfe, Dachverband der etwa 130
regionalen AIDS- und Drogenhilfen, ist angesichts der Ende Februar
von der Bundes-Drogenbeauftragten vorgestellten Zahlen zu den
Drogentodesfällen alarmiert:
    
    "Wir teilen die Besorgnis der Bundesregierung über den Anstieg bei
den Drogentoten von 1.812 im Jahr 1999 auf 2.023 im letzten Jahr und
begrüßen daher die Ankündigung von Frau Caspers-Merk, pragmatisch und
ohne ideologische Scheuklappen etwas dagegen zu unternehmen", so
DAH-Drogenreferent Dirk Schäffer. Eine Maßnahme müsse sein, den
Zugang zu Substitutionsbehandlungen zu erleichtern: "Sie muss auch
denen offen stehen, die erst am Anfang ihrer ‚Drogenkarriere' stehen
und noch keine gesundheitlichen Schäden davongetragen haben."
Schließlich verhindere Substitution nicht nur Drogentodesfälle,
sondern auch Infektionen mit HIV oder Hepatitis: "In den Städten mit
niedrigschwelligen Angeboten wie z.B. Drogenkonsumräumen (Hamburg,
Hannover, Frankfurt am Main, Saarbrücken) ist die Sterblichkeitsrate
im Gegensatz zum Bundestrend gesunken oder hat sich auf niedrigem
Niveau stabilisiert", so Schäffer.
    
    Die Deutsche AIDS-Hilfe fordert die Bundesregierung darüber hinaus
dazu auf, etwas gegen Drogentodesfälle infolge unbekannter Reinheit
der konsumierten Substanzen zu unternehmen: "Wir setzen uns für
Angebote zur Überprüfung der Zusammensetzung von Drogen ein
(‚Drug-Checking'), z.B. in Drogenkonsumräumen und in Einrichtungen
der Drogenhilfe", sagt der DAH-Drogenreferent.
    
    Besonderes Augenmerk im Kampf gegen Drogentodesfälle müsse auf
Migranten und Migrantinnen gelegt werden. Sie würden oftmals durch
das auf Deutsche ausgerichtete Hilfesystem nicht erreicht und hätten
durch sprachliche, kulturelle und rechtliche Barrieren keinen Zugang
zu Informationen über Infektionsvermeidung und weniger riskante
Konsumformen. "Wir brauchen Präventionsmaterialien in verschiedenen
Sprachen und müssen Streetworker einsetzen, die ihre Sprache sprechen
und ihre Kultur kennen", so Schäffer.
    
    
ots Originaltext: Deutsche AIDS-Hilfe e.V.
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Nachfragen und weitere Informationen:

Hanne Knittel,
Geschäftsführerin der Deutschen AIDS-Hilfe,
Tel. 030/69 00 87 - 21
Dirk Schäffer,
Drogenreferent der Deutschen AIDS-Hilfe,
Tel. 030/69 00 87 - 56

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