Polizeidirektion Hannover

POL-H: Gemeinsame Presseinformation der Staatsanwaltschaft Hannover und der Polizeidirektion Hannover Mutmaßliche Trickbetrüger festgenommen

Hannover (ots) - Heute Morgen haben Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes in Garbsen, Wunstorf, Neustadt am Rübenberge und Bad Nenndorf sechs Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Dabei haben sie diverses Beweismaterial aufgefunden und zwei mutmaßliche Mitglieder einer Bande (28 und 32 Jahre), die sich als Polizeibeamte ausgegeben und so Geld und Schmuck ergaunert hatten, festgenommen.

Im August waren insgesamt fünf Senioren (69, 70, 78, 83 und 84 Jahre) in Garbsen, Wunstorf und Großenheidorn (Wunstorfer Ortsteil) um Geld und Schmuck betrogen worden. Die Täter hatten sich als Polizeibeamte ausgegeben und ihre Opfer dazu veranlasst, Geld und Wertsachen an einem vereinbarten Ort zu deponieren, damit dann ein "Kollege" die Gegenstände zum Schutz vor einem möglichen Wohnungseinbruch abholen und sicherstellen könne. Die älteren Menschen legten - in gutem Glauben, ihr Hab und Gut zu sichern - dieses an den vereinbarten Punkten ab und wurden Opfer des Trickbetruges. In drei von hier fünf berichteten Fällen waren die Betrüger mit dieser Masche erfolgreich (wir haben berichtet). Umfangreiche Ermittlungen des Zentralen Kriminaldienstes unter Leitung der Abteilung Organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Hannover führten nun auf die Spur der mutmaßlichen Täter, denen neben den oben benannten Taten noch 16 weitere in der Region zur Last gelegt werden. Die mutmaßlichen Betrüger arbeiteten eng mit Komplizen in der Türkei zusammen. Dort wurden über Callcenter Programme genutzt, die eine zuvor programmierte Telefonnummer anzeigten. Die in der Türkei aufhältigen Tatverdächtigen hatten sich Listen mit Telefonnummern älterer Menschen besorgt und von dort die Anrufe getätigt, bei denen sie sich als Polizisten ausgaben. Hatte ein Opfer "angebissen", kontaktierten sie einen Komplizen, der in der Nähe des Opfers wohnte und die Beute mit weiteren Mittätern abholte. Ein Teil des Geldes aus diesen Straftaten wurde anschließend in die Türkei überwiesen. Insgesamt werden der Bande 21 Betrugsfälle (elf vollendete Taten und zehn Versuche) in der Region Hannover zur Last gelegt. Alleine hier wurde Geld und Schmuck in Höhe von rund 142 000 Euro erbeutet. Die hannoversche Bande ist offenbar Teil eines Netzwerkes das auch in anderen Bundesländern aktiv war. Die bei der Polizeidirektion Hannover geführten Ermittlungen richten sich gegen sechs Tatverdächtige (24, 27, 28, 32, 32 Jahre), von denen sich einer (26 Jahre) in der Türkei aufhält. Die mutmaßlichen Bandenmitglieder waren in unterschiedlicher personeller Besetzung vorgegangen. Bei dem Kopf dieser Gruppe handelt es sich offensichtlich um einen 28-jährigen Garbsener. Als die Polizei heute Morgen in dessen Wohnung im Stadtteil Auf der Horst eindrang, flüchtete er und sprang aus dem Fenster des dritten Obergeschosses. Im Rahmen einer Sofortfahndung konnte der Mann kurze Zeit später festgenommen werden. Da sich der Tatverdächtige bei dem Sprung aus dem Fenster verletzte, wurde er zur Beobachtung in eine Klinik gebracht. Dort wurde ihm von einem Richter des AG Hannover der Haftbefehl verkündet. Der 32-jährige Festgenommene wird nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Gegen die mutmaßlichen Bandenmitglieder wird wegen gewerbs- und bandenmäßigem Betrug ermittelt. / tr, schie

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