Polizeipräsidium Frankfurt am Main

POL-F: 030804 - 0785 Nieder-Eschbach: 13jähriger Autofahrer: "Mein Papa weiß von nichts!".

    Frankfurt (ots) - Ein lauter Knall, gefolgt vom Geräusch quietschender Reifen, schreckte am Sonntag nachmittag gegen 16.00 Uhr die Bewohner der Budapester Straße in Nieder-Eschbach aus ihrer Ruhe.

    Aufmerksame Zeugen beobachteten gerade noch, wie ein neuwertiger E-Klasse-Mercedes aus Frankfurt mit hohem Tempo davon brauste. Zurück blieb ein am Straßenrand geparkter Mercedes mit deutlichen Unfallspuren - und ein ziemlich verstört dreinschauender junger Mann (17), der den zum Unfallort eilenden Anwohnern der ansonsten ruhigen Straße erklärte, er sei "gerade aus diesem flüchtigen Unfallwagen da rausgesprungen". Denn der Typ am Steuer sei ja "wie ein Verrückter" gefahren. Nein, näher kenne er den eigentlich nicht, so der junge Mann, nur so vom Sehen her.

    Der hätte behauptet, 18 zu sein, fügte er noch - fast entschuldigend - hinzu, so als ob er plötzlich ahnte, worauf er sich da eingelassen hatte. Und vorhin hätte der "Typ" am Nieder-Eschbacher Schwimmbad mit seinem Benz angehalten und ihn gefragt, ob er mal 'ne Runde mitfahren" wolle. Es saßen noch zwei nette Mädels im Auto. Da habe er halt "Ja" gesagt und sei eingestiegen. Doch bereits nach kurzer wilder Fahrt durch Eschbach und dem Anprall gegen das geparkte Auto hätte es ihm gereicht, so der junge Mann. Er wollte nur noch raus und rief "Halt' an! Bleib' stehen!", doch der "Bekannte" fuhr nach dem Unfall einfach weiter. Naja, wenigstens zum Aussteigen hatte er dann doch gestoppt.

    Kurz darauf wurde der Fluchtwagen unweit der Unfallstelle gefunden. Er stand vorm Haus des Fahrzeughalters und wies deutliche "Kampfspuren" auf. Der Halter und seine Frau kamen hinzu. Blankes (und glaubwürdiges) Entsetzen über die frischen Unfallspuren des erst drei Monate alten Mercedes, der doch ihres Wissens seit Freitag gar nicht mehr bewegt wurde. Den Fahrzeugschlüssel konnte der 43jährige auch vorweisen, doch gefahren sei er nicht. Auf die Frage des Beamten der Funkstreife, ob er einen Sohn habe, wurde der Mann nachdenklich. Ja, doch der sei gerade nicht da...!?

    Minuten später, auf einem Kinderspielplatz in der Nähe des Elternhauses, unterbrach die Polizei eine "Krisensitzung" zwischen zwei jungen Mädchen (14 und 16) und einem jungen Mann, der eigentlich so gerne 18 wäre. Doch leider erst 13 war.

    Den Autoschlüssel hatte er dem Papa gemopst. Und alles wäre gut gegangen, wenn dieser blöde Unfall nicht passiert wäre, gab er schließlich kleinlaut zu. Polizeilich ein "geklärter Fall".

    Familiär nicht ganz. Besonders für den 13jährigen Spritztourer.

    Denn neben den sicherlich nicht unberechtigten Sorgen des Jungen um den häuslichen Frieden und vielleicht die künftige Höhe seines Taschengeldes quälte ihn dann noch eine Frage, die er nur von einem Polizisten glaubte zufriedenstellend beantwortet zu bekommen:

    "Werde ich jemals einen Führerschein bekommen?"

    Die Antwort wurde unter Hinweis auf den von ihm verursachten Sachschaden in Höhe von etwa 8000 Euro und den Umstand, daß er bis zur Fahrerlaubnis ja noch 5 lange Jahre Zeit habe, zunächst offen gelassen. (Manfred Feist/-82117).

    Bereitschaftsdienst: Franz Winkler, Tel. 06182-60915 oder 0172-6709290.


ots-Originaltext: Pressestelle Polizei Frankfurt

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