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15.06.2003 – 17:03

Gemeinnützige Hertie-Stiftung

Bundeswettbewerb Jugend debattiert 2003: Jakob Michael Gleim und Dominic Divivier gewinnen das Finale beim Bundespräsidenten

Bundeswettbewerb Jugend debattiert 2003: Jakob Michael Gleim und Dominic Divivier gewinnen das Finale beim Bundespräsidenten
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    Berlin (ots)

    - Schüler lernen mitzureden

    - Größtes privat finanziertes Projekt zur sprachlichen und
        politischen Bildung

    Rund 16.000 Schüler und über 500 Lehrer an 169 Schulen in ganz Deutschland waren beim ersten Durchgang des Bundeswettbewerbs Jugend debattiert dabei. Nach hart umkämpften Finaldebatten über die Themen "Soll die Ganztagsschule zur Regelschule werden?" und "Sollen sich Eltern das Geschlecht ihrer Kinder aussuchen dürfen?" nahmen die Sieger heute im Schloss Bellevue ihre Urkunden aus den Händen des Bundespräsidenten entgegen. In der Altersgruppe der Klassen 8 bis 10 konnte der 15-jährige Jakob Michael Gleim (Altes Gymnasium, Bremen) den Wettbewerb für sich entscheiden, die Ausscheidung in den Jahrgangsstufen 11 bis 13 gewann Dominic Divivier (18 Jahre, Ludwigsgymnasium, Saarbrücken). Bundespräsident Johannes Rau, der am Freitag seine Sommerreise unter dem Motto "Reden wir über Deutschland..." beendet hatte, war beeindruckt von der Fairness, der Ideenvielfalt und dem Sprachwitz der Finalisten: "Klare Gedanken und rhetorisches Geschick geben auch die nötige Sicherheit, sich in die politische und gesellschaftliche Debatte einzumischen, statt schüchtern sprachlos daneben zu stehen. Als Initiator und Schirmherr von Jugend debattiert wünsche ich mir, dass unser Wettbewerb genau das fördert: sprachlich gewandte und demokratisch couragierte Bürgerinnen und Bürger auszubilden."

    Bundespräsident Johannes Rau hatte das Projekt im vergangenen November gestartet. Die Hertie-Stiftung in Frankfurt führt den Wettbewerb durch. Gefördert wird das Projekt gemeinsam mit der Stiftung Mercator, der Heinz Nixdorf Stiftung und der Robert Bosch Stiftung für die nächsten drei Jahre mit 4,5 Millionen Euro. Die 16 Kultusministerien leisten einen substanziellen Beitrag, die Kultusministerkonferenz tritt fördernd auf.     Jugend debattiert erreicht verschiedene Schulformen: Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen und Berufsschulen haben in den Vorausscheidungen zum Bundesfinale in 56 "Schulverbünden" deutschlandweit zusammen gearbeitet. Mehr als ein Drittel der Qualifikanten für die Landesebene waren Gesamt-, Haupt-, Real- oder Berufsschüler. Eine Hauptschülerin, Vanessa Johannpeter schaffte es bis ins Finale.     Um nachhaltig zu wirken, ist Jugend debattiert als einzigartige Verknüpfung von Training und Wettbewerb konzipiert. Über 500 Lehrer aller Schulfächer der Klassen 8 bis 13 wurden im laufenden Schuljahr von erfahrenen Profi-Trainern bundesweit im Debattieren geschult. Mit speziellen Unterrichtsmaterialien ausgestattet, trainierten diese Lehrkräfte anschließend ihre Schüler im Klassenverband. Der Wettbewerb erfolgte auf vier Ebenen: Klasse, Schulverbund, Land und Bund. Die teilnehmenden Schulverbünde bilden ein bundesweites Netz, das Qualifizierung und Erfahrungsaustausch sichern soll.

    Die Debatte bestreiten immer vier Schüler über praktische politische und schulische Entscheidungsfragen. Jeder kann seine Meinung zu Beginn aus pro und contra frei wählen und am Ende der Debatte ändern. Bewertet werden Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit, Überzeugungskraft, Übersicht und Urteilskraft.

    Die Jurys beim heutigen Bundesfinale waren prominent besetzt: Die Schüler der Klassen 8 bis 10 bewerteten Antje Kunstmann, Sandra Maischberger, Prof. Gert Ueding und Wolf Schneider, die Finaldebatten in den Jahrgangsstufen 11 bis 13 beurteilten Bettina Gaus, Thomas Brussig, Prof. Ulrich von Alemann sowie die Jugend debattiert-Siegerin Frankfurt 2002, Franziska Wandtner. Den Regeln des Projekts folgend, begründeten alle Juroren ihre Wertung öffentlich.

    Jakob Michael Gleim und Dominic Divivier, die am Ende in der Jury-Wertung vorne lagen, gewinnen eine sechstägige Akademie-Woche. "Das wichtigste an Jugend debattiert ist, dass sich viele Schüler Gedanken über Themen machen, über die sie vorher nie nachgedacht haben", resümiert Jakob Michael Gleim, "das ist viel wichtiger als das Gewinnen." Dominic Divivier kann das bestätigen: "Ich kann nur jedem, der sich für Rhetorik interessiert, empfehlen, an diesem Projekt teilzunehmen. Dabei sein ist alles." "Die Debatte sollte im schulischen Alltag viel präsenter sein", wünschen sich beide.

    Dazu soll Jugend debattiert auch künftig beitragen, denn der Wettbewerb geht weiter. Bis 2005 werden ca. 100.000 Schüler und 1.500 Lehrkräfte an 450 Schulen in das Projekt eingebunden sein. Die bereits erfahrenen Lehrer durchlaufen im kommenden Schuljahr ein zweitägiges Aufbausseminar, die "neuen" Lehrer erhalten gleich nach Schuljahresbeginn eine Basisfortbildung, um danach ihre Klassen schulen und in den Wettbewerb führen zu können. Im März/April 2004 werden die nächsten Landesfinale stattfinden, als Datum des Bundesfinales 2004 ist der 16. Mai vorgesehen.

Die Finalteilnehmer im Bundeswettbewerb Jugend debattiert 2003:

    Klassen 8 - 10

1. Platz: Jakob Michael Gleim, 15 Jahre, Altes Gymnasium, Bremen
2. Platz: Jan Peter Schmütsch, 14 Jahre, Görres-Gymnasium, Koblenz
3. Platz: Vanessa Johannpeter, 17 Jahre, Parkschule, Hamm, NRW
4. Platz: Arwen Colell, 15 Jahre, Friedrich-Paulsen-Schule, Niebüll,
                Schleswig-Holstein

    Jahrgangsstufen 11 - 13:

1. Platz: Dominic Divivier, 18 Jahre, Ludwigsgymnasium, Saarbrücken
2. Platz: Stephan Vogel, 17 Jahre, Philanthropinum, Dessau
3. Platz: Harry Müller, 18 Jahre, Städtisches Gymnasium, Bad
                Driburg, NRW
4. Platz: Simon Sachs, 18 Jahre, Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium,
                Lohr, Bayern.

Diesen Pressetext sowie die Fotos zum Bundesfinale Jugend debattiert können Sie im Internet herunterladen: www.ghst.de (Presse, Bildarchiv)

Kontakt:
Gemeinnützige Hertie-Stiftung

Claudia Finke, Information/Kommunikation
Tel.: 0170.2726975, FinkeC@ghst.de

Ralf Langhammer, Projektleiter
Tel.: 069.660.756.146, LanghammerR@ghst.de

Jugend debattiert im Internet: www.jugend-debattiert.ghst.de

    Jugend debattiert wurde in einer zweijährigen Pilotphase von der
Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Frankfurt getestet. 2000 Schüler,
200 Lehrer und 50 Schulen nahmen in den Jahren 2000 und 2001 an
Training und Wettbewerb teil. Die große Nachfrage hatte die Stiftung
überrascht und ermutigt. Das Pilotprojekt Jugend debattiert erhielt
im Oktober 2002 den Kulturpreis Deutsche Sprache.

ots Originaltext: Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Pressekontakt:
Claudia Finke
Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Tel. 0170/272 69 75
FinkeC@ghst.de

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