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03.11.2004 – 10:00

DIE ZEIT

Reisen nach dem Mauerfall
Autor Maaz: Ich habe mich regelrecht überfressen an Reisen

    Hamburg (ots)

Am 9. November 1989 wird im DDR-Fernsehen die Reisefreiheit verkündet. Leander Haussmann, Sahra Wagenknecht und Hans-Joachim Maaz erzählen in der ZEIT, wohin es sie damals gezogen hat. "Entgegen dem Wunschdenken der Westdeutschen galt nicht dem zweiten Deutschland unsere Sehnsucht, sondern dem American Way of Life", sagt Haussmann. "Trotzdem ist es mir nie gelungen, meine Idealvorstellung vom Reisen auszuleben: lang und ausgedehnt, nach China, Tokyo, am Rande der Metropolen und am liebsten im Schritttempo." Bis heute trägt der Theater- und Filmregisseur Haussmann ("Sonnenallee", "Herr Lehmann") den "regierenden Trotteln in der DDR" nach, dass sie ihn um die Chance gebracht haben, "Paris als junger Mensch zu erleben".

    Die PDS-Politikerin Sahra Wagenknecht dagegen fühlte sich in der DDR nicht eingesperrt, auch weil sie hoffte, dass die Reisefreiheit irgendwann schon kommen werde: "Für die Stabilität der DDR wäre es sicher besser gewesen, wenn die Leute sich die Welt hätten angucken und vergleichen können. Ein USA-Besuch wäre für manchen DDR-Bürger sogar ganz heilsam und ernüchternd gewesen." New York und L.A. fand sie dann "erschlagend und furchtbar kalt. Man hat das Gefühl, einer misstraut dem anderen". Für viele Ostdeutsche sei es heute so, "dass sie zwar die Freiheit haben, zu reisen, aber nicht das Geld. In der Auswirkung ist das für die Betroffenen faktisch das Gleiche."

    Auf fast pathologische Weise ist der Autor Hans-Joachim Maaz nach dem Mauerfall gereist: "Innerhalb von 14 Tagen besuchte ich fünf oder sechs Länder. Ich habe mich regelrecht überfressen an Reisen." Und noch immer hat er zu seinem Reisepass ein besonderes Verhältnis: "Anfangs wollte ich die Grenzenlosigkeit Europas kaum akzeptieren. Ich wollte meinen Pass zeigen dürfen. Und ich wollte das Gefühl haben: Ich habe die Erlaubnis, die Grenze zu überschreiten!"

    Die kompletten ZEIT-Beiträge der Meldung (ZEIT Nr. 46 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 4. November 2004) stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Für Rückfragen melden Sie sich bitte bei Elke Bunse, DIE ZEIT Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, (Tel.: 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, E-Mail: bunse@zeit.de)

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