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21.11.2007 – 10:15

DIE ZEIT

Napolitano: Fußballkrawalle sind nicht Italien

Hamburg (ots)

Der italienische Staatspräsident Giorgo Napolitano
fordert die Bundesbürger auf, die Fußballkrawalle in Italien nicht 
mit der Situation im ganzen Land zu verwechseln. "Was Sie dort lesen,
ist nicht Italien. Und dies ist auch nicht Ausdruck sozialer 
Unzufriedenheit! Es handelt sich um subversive Gewalt, um einen 
Angriff gegen die Institutionen, eine Ablehnung der Regeln", sagt 
Napolitano eine Woche vor seinem Staatsbesuch in Deutschland der 
ZEIT. Die Polizei schreibe die Gewalt "sowohl einer rechtsextremen 
als auch einer anarchistischen Gruppierung zu", sagt der Politiker.
Napolitano kritisiert eine in Italien weit verbreitete egoistische
Haltung und fordert von der gesamten italienischen Gesellschaft eine 
"Rückbesinnung auf Solidarität und gemeinsame Verantwortung". Das 
Gegenteil des Mottos "Jeder muss tun können, was er will", sei 
richtig: "Dies ist keine Freiheit in einem Rechtsstaat, sondern der 
Verlust jeglichen zivilen Bewusstseins, die Entfesselung 
unverantwortlicher egoistischer Impulse."
Der italienische Staatschef lobt dagegen "das Klima der 
gemeinsamen Akzeptanz von Werten und grundsätzlichen Regeln in 
Deutschland, von dem sich der politische Kampf in der Bundesrepublik 
hat leiten lassen ... Dies ermöglicht es unter anderem, auf günstige 
Bedingungen zählen zu können, um Phasen - wenn auch ausnahmsweise und
vorübergehend - einer Großen Koalition, einer generellen politischen 
Zusammenarbeit anzugehen." Deutschland sei ein "absolut 
vertrauenswürdiger Partner", fügt er hinzu.
Der Staatspräsident fordert, Europa müsse beweisen, "dass es den 
notwendigen Druck ausüben kann, um den Zugang des Irans zur Atomwaffe
zu verhindern. Und zugleich muss es zeigen, dass es 
verantwortungsbewusst handelt, ohne sich der Idee von überstürzten 
militärischen Schlägen gegen Iran anzuschließen".
Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 48 vom 22. November 2007
senden wir Ihnen gerne zu.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Elke Bunse
DIE ZEIT Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
Tel.: 040/3280-217
Fax: 040/3280-558
E-Mail: bunse@zeit.de

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