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Bundesärztekammer

Inkontinenz - nicht nur ein Problem des Alters - 30. Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer

Berlin (ots)

Frauen im mittleren Lebensalter sind deutlich
häufiger von Harninkontinenz betroffen als Männer. Darauf haben
Experten beim 30. Interdisziplinären Forum "Fortschritt und
Fortbildung in der Medizin" der Bundesärztekammer in Berlin
hingewiesen. In Deutschland leidet etwa jede neunte Frau zwischen dem
45. und dem 64. Lebensjahr an unfreiwilligem Harnverlust, jedoch nur
etwa jeder 40. Mann in diesem Alter. Mit zunehmendem Alter gleicht
sich dieser Unterschied aus. Vom 85. Lebensjahr an ist - statistisch
betrachtet - jeder sechste Bundesbürger ungeachtet des Geschlechtes
von Inkontinenz betroffen. "Inkontinenz tritt nicht nur im Alter auf,
sondern in verschiedenen Lebensabschnitten", erklärte Dr. Detmar
Jobst, niedergelassener Allgemeinarzt in Bonn und Lehrbeauftragter an
den Universitäten Bonn und Düsseldorf. Die Erkrankung isoliere die
Betroffenen und mache sie abhängig von nah gelegenen Toiletten, von
Hygieneartikeln, Medikamenten, ärztlichen Maßnahmen bis hin zu
künstlichen Harnableitungen.
Harninkontinenz ist ein soziales Thema. "Falsche Vorstellungen in
der Bevölkerung wie die, dass Inkontinenz zum Älterwerden dazugehöre
und unvermeidbar sei, sind ein Grund dafür, dass viele
Inkontinenzbetroffene gar keinen Anlass für eine ärztliche
Konsultation sehen. Doch das ist ein Irrtum. Vielen Betroffenen ist
bereits mit einfachen, konservativen Maßnahmen zu helfen", sagte Dr.
Christina Niederstadt vom Institut für Qualität und
Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, auf dem
zentralen Fortbildungskongress der Bundesärztekammer. Mit Hilfe eines
physiotherapeutischen Beckenbodentrainings oder auch verschiedenen
Entspannungstherapien könne vielen Patienten geholfen werden, die
"soziale Kontinenz" zu erlangen, die für die Lebensqualität
entscheidend ist.
Der individuelle Leidensdruck der Betroffenen sei
erstaunlicherweise nicht so groß, wie es das Ausmaß der Inkontinenz
vermuten lässt. "Es erscheint aber realistisch, dass etwa sechs
Prozent der Bevölkerung, d.h. circa 4,8 Millionen Bundesbürger, durch
unfreiwilligen Harnverlust im sozialen Leben gestört und in der
Lebensqualität beeinträchtigt sind. Bei der hausärztlichen
Inkontinenz-Therapie ist das ärztliche Beratungsgespräch von
fundamentaler Bedeutung", erklärte Niederstadt. Dabei könnten bereits
unkomplizierte Inkontinenzformen von potenziell gefährlichen, mit
Schmerzen oder Fieber einhergehenden Verläufen abgegrenzt werden. Auf
die entwickelten differenzialdiagnostischen Möglichkeiten der
Urologie wies der Bonner Urologe Ayk-Peter Richter hin. Besonders für
die häufig vorkommende Prostatavergrößerung des Mannes stünden
inzwischen spezifische Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Pressekontakt:

Pressestelle der deutschen Ärzteschaft,
Tel.: (030) 4004 56-700

Original-Content von: Bundesärztekammer, übermittelt durch news aktuell

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