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Sicherung von Liquidität im Fokus - Krise stärkt Finanzabteilungen in Unternehmen

Frankfurt am Main (ots) - PwC-Studie: Treasury-Abteilungen finden mehr Gehör in Unternehmen / Dennoch fehlen oft personelle und finanzielle Ressourcen / Bedeutung des Risikomanagements nimmt zu / Globales Cash-Pooling und Liquiditätsplanung erweisen sich als Erfolgsfaktoren

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die zentrale Bedeutung der Treasury-Abteilungen für die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung deutlich gemacht. Allerdings schlägt sich die höhere Wertschätzung der geleisteten Arbeit nicht in jedem Fall auch in einer angemessenen Ressourcenausstattung nieder. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Studie "Global Treasury Survey 2010" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). So ist zwar die Aufmerksamkeit im Vorstand für das Treasury nach Einschätzung von 80 Prozent der annähernd 600 weltweit befragten Treasurer gestiegen. Über ein größeres Budget als vor der Krise verfügen jedoch nur 20 Prozent der Finanzabteilungen.

"In den Unternehmen setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Treasurer weit mehr ist als ein 'Kassenwart'. Allerdings fehlen im Treasury oft die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen, um wichtigen Aufgaben bei der Kontrolle von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken angemessen nachkommen zu können", erläutert Thomas Schräder, verantwortlicher Partner für den Bereich Corporate Treasury Solutions bei PwC in Deutschland.

So sind im Treasury der Unternehmenszentralen durchschnittlich nur fünf Mitarbeiter beschäftigt. Das Jahresbudget beläuft sich bei mehr als der Hälfte der befragten Treasurer auf weniger als eine Million Euro. Mit diesen Mitteln müssen die Abteilungen häufig komplexe, großvolumige Finanztransaktionen organisieren: Gut 60 Prozent der 330 befragten Unternehmen sind in mehr als zehn Ländern aktiv, und zwei Drittel der Gesellschaften erwirtschaften Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde Euro.

Bedeutung des Risikomanagements nimmt deutlich zu

Die Finanzkrise hat bei zahlreichen Treasury-Abteilungen über alle Branchen hinweg Schwächen im Finanzrisikomanagement offengelegt. So wurde vor der Krise die Wahrscheinlichkeit von Insolvenzen im Bankensektor als so niedrig eingestuft, dass 22 Prozent der befragten Treasurer überhaupt keine Überwachung von Kreditrisiken vorgenommen haben. Nachdem während der Krise erste Banken in Schwierigkeiten gerieten, stuften 82 Prozent der befragten Treasurer die Bedeutung eines wirksamen Kreditrisikomanagements als "hoch" oder "mittel" ein.

Auch klassische Risikomanagementgebiete im Corporate Treasury haben an Bedeutung zugenommen - insbesondere das Währungs- und Rohstoffrisikomanagement. So sehen mit Abstand die meisten Treasurer im Bereich Risikomanagement in den nächsten fünf Jahren das größte Potenzial zur Erhöhung des Wertbeitrags im Unternehmen.

Cash-Pooling und Liquiditätsplanung erweisen sich als Erfolgsfaktoren

Eine weitere Konsequenz der Finanzkrise ist die erhöhte Aufmerksamkeit für das Cash Management. Um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, haben 40 Prozent der befragten Treasurer die Barmittel erhöht, während nur 25 Prozent ihre liquiden Mittel reduziert haben. Zudem setzen mittlerweile 41 Prozent der Unternehmen auf ein globales Cash-Pooling, um die Liquidität der Regional- und Landesgesellschaften im Konzern zu konzentrieren. Vor der Krise gab es eine derartige Zentralisierung nur bei 28 Prozent der Befragten.

Cash is King - Sicherung von Liquidität im Fokus der Unternehmen

"Das Motto 'Cash is King' rückte während der Finanzkrise besonders in den Fokus der Treasurer. Wer über eine zuverlässige Liquiditätsplanung verfügte, konnte Finanzierungslücken zeitnah erkennen und frühzeitig reagieren", so Thomas Schräder. "Eine qualitativ hochwertige Liquiditätsplanung trägt dazu bei, Finanzierungskosten und Refinanzierungsrisiken deutlich zu senken und stärkt zugleich die eigene Verhandlungsposition gegenüber den Banken. Daher werden Unternehmen verstärkt investieren, um ihre Liquiditätsentwicklung besser einschätzen zu können und Potenziale zur Schöpfung, Steuerung und Sicherung von Liquidität zu heben. Der Sicherung von Liquidität dienen z.B. die Einführung globaler Cash-Pooling-Strukturen und die Zentralisierung des Zahlungsverkehrs.

Erweiterung der Finanzierungsquellen durch Ausgabe von Anleihen

Auch bei der langfristigen Finanzierung gehen Treasurer neue Wege. Zwar bleiben Bankdarlehen die wichtigste Fremdkapitalquelle, ihre Bedeutung ist jedoch leicht rückläufig. Demgegenüber setzt mittlerweile gut jedes fünfte Unternehmen auch auf die Ausgabe von Anleihen, während dies vor der Krise bei weniger als 20 Prozent der Befragten der Fall war. Dabei dürfte eine wichtige Rolle spielen, dass 63 Prozent der Unternehmen während der Krise deutlich schwerer langfristige Finanzierungszusagen ihrer Banken erhielten. Jeder 20. Treasurer gibt sogar zu Protokoll, dass Langfristdarlehen "überhaupt nicht" zu haben waren.

Der Global Treasury Survey kann kostenfrei bestellt werden unter: www.pwc.de/de/treasury2010

Pressekontakt:

PricewaterhouseCoopers AG WPG
Nicole Susann Roschker
Marketing & Communications / Presse
E-mail: nicole.susann.roschker@de.pwc.com

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