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Trendwende in der Chemiebranche: Transaktionen nehmen nach der Finanzkrise wieder Fahrt auf

Frankfurt am Main (ots) - PwC-Studie: Anzahl der Transaktionen in der Chemieindustrie nimmt wieder zu / Volumen steigt um 70 Prozent auf 22 Milliarden US-Dollar / Unternehmen nehmen sich mehr Zeit für Due Diligence / Anteil der Finanzinvestoren bei Übernahmen geht weiter zurück

Die Transaktionen in der Chemieindustrie haben angesichts einer anziehenden Konjunktur im ersten Quartal 2010 wieder zugenommen. Mit insgesamt 260 angekündigten Übernahmen ist die Zahl der Fusionen und Übernahmen in der Chemiebranche auf dem Markt für Mergers & Acquisitions im ersten Quartal 2010 um 15 Prozent höher ausgefallen als im entsprechenden Quartal 2009. Das Gesamtvolumen hat sich mit 22 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal (13 Milliarden US-Dollar) sogar um 70 Prozent gesteigert. Fünf Deals lagen dabei über der Grenze von einer Milliarde US-Dollar. Die größte Transaktion war die angekündigte Übernahme des US-Industriegaseherstellers Airgas Inc. durch den Konkurrenten Air Products & Chemicals Inc. für rund 7 Milliarden US-Dollar. Damit zeichnet sich bei den Chemiefusionen wieder eine Trendwende ab, nachdem das vergangene Jahr mit einer stark rückläufigen Zahl von Transaktionen durch die Krise geprägt war. Einen Überblick über die jüngsten M&A-Aktivitäten in der Chemiebranche bietet PricewaterhouseCoopers (PwC) in der Publikation "Chemical Compounds - First-Quarter 2010 Global Chemicals Industry Mergers and Acquisitions Analysis." "Nach einer Phase, in der die Unternehmen primär eine Strategie der Unternehmensstabilisierung eingeschlagen hatten, sind sie jetzt wieder auf der Suche nach Wachstumsmöglichkeiten", sagt Dr. Volker Fitzner, verantwortlicher Partner für den Bereich Chemicals bei PwC in Deutschland.

Rückblick: M&A-Volumen bricht in 2009 stark ein, ebenso die Anzahl der Transaktionen

Im vergangenen Jahr ging die Anzahl der Transaktionen und das Transaktionsvolumen in der Chemiebranche krisenbedingt deutlich zurück. Auch die Zahl großer Übernahmen im Wert von über einer Milliarde US-Dollar sank in 2009 signifikant auf nur noch fünf Transaktionen. 2008 waren noch 13 solcher Milliarden-Deals angekündigt worden. Einige der großen Transaktionen wurden sogar abgesagt, darunter die Übernahme von CF-Industries Inc. durch Agrium Inc. für rund 5,6 Milliarden US-Dollar. Die größte abgeschlossene Transaktion im vergangenen Jahr stellte die Übernahme der japanischen Mitsubishi Rayon Corp. durch die Mitsubishi Chemical Holdings mit einem Volumen von rund 1,9 Milliarden US-Dollar dar.

Strategische Investoren dominieren stärker als in den Vorjahren

Bezogen auf das Transaktionsvolumen entfielen 89 Prozent des M&A-Volumens in den ersten drei Monaten des Jahres 2010 auf strategische Käufer, d.h. auf Unternehmen. Damit geht der Anteil der Private-Equity-Fonds und anderer Finanzinvestoren weiter kontinuierlich zurück. Die Beteiligung strategisch orientierter Investoren stieg in den vergangenen Jahren stetig an - im Jahr 2007 machten sie 80 Prozent der Übernahmen aus, im Jahr 2008 waren es 84 Prozent und im vergangenen Jahr 87 Prozent.

Mehr Zeit zugunsten umfassender Prüfungen vor den Deals

Obwohl die Zahl der angekündigten Übernahmen im ersten Quartal mit 260 zurückgegangen ist (IV. Quartal 2009: 292 Deals ) sehen die PwC-Experten darin kein Indiz für eine erneute Abschwächung der M&A-Aktivitäten. Der Übernahmeprozess nimmt nun allerdings angesichts einer ausgedehnten Prüfung im Rahmen der Due Diligence viel mehr Zeit in Anspruch. "Vor der Finanzkrise ist es den Verkäufern in einem strukturierten Bieterwettbewerb häufig noch gelungen, schnelle Abschlüsse zu erreichen, jetzt hat sich das Tempo bei den Übernahmen zugunsten einer ausführlichen Prüfung gewandelt", sagt Volker Fitzner. "Gerade vor dem Hintergrund des nach wie vor schwierigen ökonomischen Umfeldes reicht den Käufern eine vereinfachte Betrachtung der Vergangenheit nicht mehr aus, weil häufig Maßnahmen ergriffen worden sind, die nur sehr kurzfristige Auswirkungen haben."

Nordamerika dominiert bei Volumina der Übernahmen

Nordamerika und Europa bildeten im ersten Quartal 2010 mit insgesamt 52,4 Prozent der Transaktionen den Schauplatz der meisten Übernahmen. Europa konnte dabei zwar bei der Anzahl der Deals punkten (28,6 Prozent der Gesamtübernahmen), zum Volumen steuerten europäische Deals allerdings nur 7,3 Prozent bei. Nordamerika dominierte angesichts größerer Übernahmen mit 61,1 Prozent des Gesamtvolumens. Gemessen an der Anzahl von Transaktionen spielten auch Südamerika und Asien-Pazifik (jeweils 19 Prozent) im ver-gangenen Quartal eine wichtige Rolle. Während Südamerika 27,8 Prozent zum Transaktionsvolumen beisteuerte, fanden in der Region Asien- Pazifik mit insgesamt rund zwei Prozent des gesamten Volumens vornehmlich kleinere Übernahmen statt. Auffällig ist, dass im vergangenen Quartal nur ein kleiner Teil der Übernahmen grenzüberschreitend stattgefunden hat. Bezogen auf das Transaktionsvolumen waren dies lediglich 5,8 von insgesamt 22,5 Milliarden US-Dollar.

Ausblick 2010: Konsolidierungsprozess verstärkt sich

Die PwC-Experten erwarten im Jahresverlauf zunehmend auch wieder grenzüberschreitende Transaktionen. "Nach dem Rückgang der Übernahmeaktivitäten im vergangenen Jahr sind jetzt wieder mehr Käufer und Verkäufer auf dem Markt aktiv. Damit wird auch international der Prozess der Portfolio-Bereinigung und Konsolidierung der Branche wieder verstärkt vorangetrieben", sagt Volker Fitzner.

Die Publikation steht unter dem Link www.pwc.de/de/chemie ab dem 25. Mai kostenfrei zum Download zur Verfügung und kann ab sofort bestellt werden bei: antje.nietzold@de.pwc.com .

Pressekontakt:

Nicole Susann Roschker
PricewaterhouseCoopers AG WPG
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E-Mail: nicole.susann.roschker@de.pwc.com

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