Evangelische Kirche im Rheinland

Der Kirche stößt die Milch sauer auf

Hochleistungskühe bei der Viehzüchtermesse in Cremona/Italien. (c) EIKON FILMPRODUKTION und MIRAMONTE FILM, Martin Rattini

Milch ist Big Business. Hinter dem romantisierten, unschuldig anmutenden Lebensmittel steckt ein milliardenschweres Industriegeflecht. Profit wird auf Kosten der Umwelt, der Tiere und der Menschen gemacht. Das zeigt der Dokumentarflim "Das System Milch". Ihn präsentieren die Evangelische Kirche im Rheinland und die Evangelische Landjugendakademie am Montag in Altenkirchen. Präses Manfred Rekowski diskutiert mit Bauern und Verbrauchern.

Wie perfide und zerstörerisch das Geschäft mit der Milch ist, zeigt der Dokumentarfilm "Das System Milch", den Evangelische Kirche im Rheinland und Evangelische Landjugendakademie am kommenden Montag, 20. November 2017, ab 19 Uhr im Programmkino Wied-Scala in Neitersen bei Altenkirchen/Westerwald präsentieren und diskutieren.

Mit dabei ist der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, der selbst als Kind auf einem Bauernhof gelebt hat. "Die Höfe meiner Erinnerung haben kaum noch etwas gemein mit den heutigen Betrieben." Wer als Landwirt wirtschaftlich überleben wolle, müsse vom artgerechten Umgang mit den Tieren genau so viel verstehen wie von Digitalisierung, Energieerzeugung, Umweltschutz, Betriebswirtschaft und europäischen Förderrichtlinien. Präses Rekowski verweist insbesondere darauf, dass die in Europa politisch zentral gesteuerte industrielle Produktion und Vermarktung von Milchprodukten weitreichende Folgen für die Lebens- und Entwicklungschancen der Menschen in den Eine-Welt-Ländern hat. "Nicht nur mit unseren Industrieprodukten dominieren wir den Weltmarkt, sondern auch mit unseren landwirtschaftlichen Produkten, etwa durch den Export von Milchpulver, den wir politisch so durchsetzen, dass in den Eine-Welt-Ländern die dortigen Kleinbauern mit ihrer Milch keine Chance auf den lokalen Märkten haben. Die Folge ist massive Landflucht." Die Zusammenhänge seien für den Verbraucher undurchschaubar. Dabei sieht der Präses hier auch eine wesentliche Stellschraube: "Wo und was ich einkaufe und welchen Preis mir Milch, Brot und Fleisch wert sind, beeinflusst, ob Bäuerinnen und Bauern von ihrer Hände Arbeit leben können, nicht nur hier in Deutschland, sondern sogar weltweit", sagt Rekowski.

Über die Ware Milch im Weltmarkt diskutieren im Anschluss an die Filmvorführung in Neitersen neben Präses Rekowski der Filmproduzent, Christian Drewing, Ludwig Seegers, Milchbauer aus Rott, Jutta Kröll von der Gemeinschaft Naturhof Stopperich, Andre Beetschen, Vorstand des Evangelischen Dienstes auf dem Land/Rheinland, Georg Groß, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Altenkirchen, und eine Gruppe junger Landwirte.

"Das System Milch", eine von evangelischen Kirchen mitfinanzierte Eikon-Produktion, ist nicht nur in ausgewählten Programmkinos und auf DVD, sondern auch als TV-Erstausstrahlung zu sehen: am Dienstag, 21. November 2017, ab 20.15 Uhr auf Arte.

Interessierten Redaktionen stellt die Pressestelle der Evangelischen Kirche im Rheinland auf Nachfrage für die Berichterstattung vorab einen Streaming-Link zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Peter Iven

Pressesprecher

Pressesprecher Jens Peter Iven | Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im
Rheinland | Arbeitsbereich Kommunikation
Hans-Böckler-Str. 7 | 40476 Düsseldorf | 0211 4562-373 | 0172 2603373 |
pressestelle@ekir.de | ekir.de/presse 



Weitere Meldungen: Evangelische Kirche im Rheinland

Das könnte Sie auch interessieren: