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15.02.2019 – 12:13

WDR Westdeutscher Rundfunk

WDR-Umfrage: Mehrheit ist über Organspende schlecht informiert

Köln (ots)

Eine Umfrage der WDR-Redaktion "Quarks" hat gezeigt, dass der 
Informationsbedarf beim Thema Organspende groß ist. 

Organspenden finden statt, wenn das Hirn nicht mehr arbeitet, aber 
das Herz noch schlägt. Doch 40 Prozent von gut 1.000 Befragten waren 
der Meinung, unter diesen Umständen dürften keine Organe entnommen 
werden. Und 32 Prozent wussten nicht, dass der Hirntod in Deutschland
zwingendes Kriterium für die Toten-Spende ist - sie waren der 
Ansicht, Organe könnten entnommen werden, wenn das Hirn noch 
arbeitet, während das Herz stillsteht. Interessanterweise wissen hier
die Besitzer eines Organspendeausweises nicht besser Bescheid als die
Befragten ohne Ausweis.

61 Prozent der von "Quarks" Befragten haben angegeben, keinen 
Organspendeausweis zu besitzen. "Quarks" wollte wissen: Warum? Fast 
die Hälfte der Menschen ab 65 Jahren (46 Prozent), die keinen Ausweis
haben, gab bei der Umfrage Altersgründe an. Dabei existiert für 
Organspende keine Altersgrenze - ein Organspendeausweis ist also in 
jedem Alter sinnvoll. 

Beatrice Lugger, Direktorin des Nationalen Instituts für 
Wissenschaftskommunikation, kommentiert: "Die Ergebnisse zeigen, dass
selbst die Gruppe, die sich mit der Thematik befasst haben sollte, 
ehe sie den Organspendeausweis ausgefüllt hat, nicht nachhaltig genug
aufgeklärt ist."

21 Prozent der Befragten, die keinen Ausweis haben, haben sich zudem 
mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt. Für Beatrice Lugger ein 
Beleg dafür, "angesichts der derzeitig geringen Informiertheit der 
Bevölkerung" die in der Diskussion stehende Widerspruchslösung 
durchaus kritisch zu betrachten. 
 
Über die Ergebnisse berichtet die Sendung "Quarks" im WDR-Fernsehen 
und Hörfunk am Dienstag, den 19. Februar 2019 (ab 15.00 WDR 5, 21.00 
WDR Fernsehen), außerdem auf facebook und auf www.quarks.de


Studieninformation

Die Umfrage wurde von infratest dimap im Auftrag der WDR-Redaktion 
"Quarks" durchgeführt. Befragt wurden vom 8. bis 9. Januar 2019 1.004
Menschen ab 16 Jahren in Deutschland.Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4
(bei einem Anteilswert von 5 %) bis 3,1 (bei einem Anteilswert von 50
%) Prozentpunkten. 

Die Fragen im Wortlaut:

1.	In Deutschland gibt es ja den Organspendeausweis, mit dem
        man einer Organspende nach seinem Tod zustimmen oder 
        widersprechen kann. Haben Sie selbst einen 
        Organspendeausweis?
2.	Warum haben Sie keinen Organspendeausweis?
3.	Ich lese Ihnen jetzt eine Reihe von Aussagen zur Organspende 
        in Deutschland vor und Sie sagen mir bitte jeweils, ob in 
        der beschriebenen Situation Ihrer Meinung nach eine Organ-
        Entnahme stattfinden darf oder nicht.

-	Das Hirn des Spenders arbeitet nicht mehr, aber sein Herz 
        schlägt noch.
-	Das Hirn des Spenders arbeitet nicht mehr und auch sein Herz
        schlägt nicht mehr
-	Das Hirn des Spenders arbeitet noch, aber sein Herz schlägt 
        nicht mehr.
 

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