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Kampf um Rathäuser in Köln und Essen: Reker und Paß in Wählergunst vorn WDR-StädteTREND misst erstmals politische Stimmung

Düsseldorf (ots) - Im Kampf um die Chefposten in den Rathäusern von Köln und Essen liefert eine Umfrage im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks erstmals ein Bild der politischen Stimmung in beiden Städten. Während in Köln die parteilose Bewerberin um das Amt, Henriette Reker, in der Gunst der Befragten klar vorn liegt, hat in Essen Amtsinhaber Reinhard Paß einen Vorsprung vor seinen Herausforderern. Das ist das Ergebnis des Städte-Trends von Infratest dimap im Auftrag des WDR.

In Köln würde die parteilose Henriette Reker, die von einem Bündnis aus CDU, Grünen und FDP getragen wird, im Moment mit 51 Prozent die absolute Mehrheit erreichen und hätte damit Chancen, bereits im ersten Wahlgang Oberbürgermeisterin der größten Stadt des Landes zu werden. Ihr SPD-Gegenkandidat, Jochen Ott, käme auf 36 Prozent der Stimmen, Mark Benecke (Die Partei) erreicht in der Umfrage 6 Prozent und Hendrik Rottmann (AfD) 3 Prozent. Alle übrigen Kandidaten kämen zusammen auf 4 Prozent der Stimmen, wenn bereits an diesem Sonntag gewählt würde.

In Essen liegt der bisherige Amtsinhaber von der SPD, Reinhard Paß, mit 42 Prozent vor seinem Herausforderer von der CDU, Thomas Kufen, der 37 Prozent erreichen würde. Für Gönül Eglence von den Grünen würden 7 Prozent der Befragten stimmen, für den FDP-Bewerber Christian Stratmann 4 Prozent. Die übrigen Kandidaten kommen zusammen auf 10 Prozent der Stimmen.

In beiden Städten haben die Meinungsforscher von Infratest dimap die Wählerinnen und Wähler gefragt, welche Themen die/der neue Oberbürgermeister/in vor allem angehen sollte. In Köln sind 50 Prozent der Befragten der Ansicht, eine angemessene Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge sei vordringlichste Aufgabe. 48 Prozent nennen die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, 47 Prozent glauben, das Stadtoberhaupt müsse sich vor allem um eine bessere Verkehrsinfrastruktur kümmern. Dass die Stadtverwaltung leistungsfähiger werden müsse, sagen 22 Prozent der Befragten, lediglich 4 Prozent halten die Fertigstellung von Oper und Schauspiel für prioritär.

Auch in Essen ist die Unterbringung von Flüchtlingen in den Augen der Wählerinnen und Wähler mit 54 Prozent das wichtigste Thema. Der Abbau des Schuldenbergs ist für 48 Prozent vordringlich, der Bau bezahlbarer Wohnungen für 26 Prozent, 23 Prozent glauben, der neue OB müsse vor allem die Benachteiligung des Essener Nordens stoppen und 12 Prozent halten eine Aufklärung der Vorgänge um die Kostenexplosion beim Bau des Stadions für die zentrale Aufgabe des künftigen Stadtoberhaupts.

In beiden Großstädten haben die Menschen eine überwiegend positive Einstellung Flüchtlingen gegenüber. In Köln und Essen geben jeweils 93 Prozent der Befragten an, dass sie das private und ehrenamtliche Engagement ihrer Mitbürger gut finden, 42 Prozent in Köln stimmen der Aussage zu, dass sich die Stadt angemessen um eine Unterbringung und Versorgung der Menschen kümmere, 34 Prozent finden das nicht. In Essen stimmen 45 Prozent zu, 31 Prozent stimmen nicht zu. Unterschiede ergeben sich hinsichtlich der Aussage, die große Zahl von Flüchtlingen mache Angst. Dieser Auffassung sind lediglich 23 Prozent der Kölnerinnen und Kölner, 74 Prozent in der Rheinmetropole stimmen dieser Aussage nicht zu. In Essen geben 34 Prozent der Befragten an, Angst zu haben, während 64 Prozent in der Revierstadt nicht zustimmen.

In beiden Städten beurteilen die Befragten die wirtschaftliche Lage deutlich besser als bei der letzten Erhebung dieser Art im Jahre 2009, wobei die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage am Rhein besser ausfällt als im Ruhrgebiet. In Köln halten 63 Prozent der Wählerinnen und Wähler die Lage für eher gut (+19), 32 Prozent (-20) halten sie für eher schlecht. In der Ruhrgebietsstadt Essen halten 41 Prozent (+11) sie für eher gut und 55 Prozent (-12) für eher schlecht.

Für den StädteTREND hat Infratest dimap im Zeitraum vom 27. August bis zum 2. September 2015 je etwa 1.000 Wählerinnen und Wähler in Köln und Essen telefonisch befragt. Die Aussagen sind repräsentativ für alle Wahlberechtigten.

Mit Quellenangabe WESTPOL (Sonntag, 06.09.2015, ab 19.30 Uhr) ab sofort zur Veröffentlichung frei.

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Sonja Steinborn, WDR Presse und Information, Regionalfernsehen
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