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WDR 5-Thementag am 10. Juni: Armut - Die heimliche Angst der Mittelschicht

Köln (ots) - Die Mittelschicht schrumpft, die Gefahr des sozialen Abstiegs wächst. Die Angst vor der Armut geht um. Längst ist sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Denn in Zeiten von Hartz IV, globalen Finanzkrisen und einer wachsenden Staatsverschuldung wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer. Und während Politiker darüber streiten, wie viel Steuersenkung, wie viel Sozialstaat in diesen Zeiten noch sein kann und sein darf, kommen die Einschüsse für den Mittelstand spürbar näher. Selbst große Konzerne treibt es in die Insolvenz, Lebensstellungen gibt es kaum noch, Arbeitslosigkeit droht überall, das Gesundheitssystem krankt, die Rente ist längst nicht mehr sicher - und was auf die nachfolgenden Generationen zukommt, kann keiner sagen.

Der WDR 5 Thementag "Armut - Die heimliche Angst der Mittelschicht" stellt am 10. Juni in verschiedenen Sendungen Menschen vor, für die der eigene Abstieg längst Realität geworden ist. WDR 5 befragt sie nach ihrem Umgang damit, beleuchtet die Situation von arbeitslosen Akademikern, erörtert, welche Steuer- und Abgabenlast auf den Mittelstand drücken - und diskutiert in den Funkhausgesprächen, ob die mehrheitlich von Bürgern aus der Mittelschicht organisierten Tafeln den Armen wirklich helfen.

Es folgt eine Kurz-Übersicht der einzelnen Sendungen:

Morgenecho (06.05-09.00 Uhr) Der Weg nach unten - unaufhaltsam und unfassbar Immer mehr Menschen, die sich gestern noch als Teil der starken und die Gesellschaft stärkenden Mittelschicht sahen, finden sich plötzlich dort wieder, wo immer die anderen waren: am Rand. Wie es so weit kommen konnte, wie die Betroffenen damit umgehen und ob sie noch Hoffnung auf einen Ausweg für sich und ihre Familie haben, will das Morgenecho in zwei Portraits zum Thema machen.

Neugier genügt (10.05-12.00 Uhr) Und plötzlich bist Du draußen Arbeitslose Akademiker und der Kampf um einen Job Wer das Abitur geschafft hat, kann mit Recht stolz sein. Und nach dem Studienabschluss beginnt meist die Karriere. Doch aus der Gewissheit, zu den Besserverdienenden zu gehören, kann schnell Angst vor dem endgültigen Abstieg werden. Ein bisschen Pech reicht aus: eine Firma verkleinert sich, eine Abteilung wird ausgegliedert, der Betrieb meldet Insolvenz an. Nach zwölf Monaten Arbeitslosigkeit findet sich auch der Akademiker plötzlich in der Hartz-IV-Schlange wieder.

WDR 5 LebensArt (15.05-16.00 Uhr) Wenn Geld eine Rolle spielt - Einkommensunterschiede unter Freunden Die Angst vor Arbeitslosigkeit nimmt auch im gut qualifizierten Mittelstand immer weiter zu. Der tatsächliche Verlust des Arbeitsplatzes hat oft auch soziale Konsequenzen innerhalb des Freundeskreises. Plötzlich weniger Geld zu haben als die Freunde, den gewohnten Lebensstandard nicht mehr halten zu können ist ein Problem - darüber zu sprechen oft ein Tabu. Die Freunde wollen helfen - aber wie, ohne den Betroffenen durch finanzielle Zuwendungen zu verletzen?

Profit - Das Wirtschaftsmagazin (18.05-18.30 Uhr) Die Mittelschicht - das Melkvieh der Republik? Die Steuer- und Abgabenlast der deutschen Haushalte liegt laut Bund der Steuerzahler über dem Durchschnitt aller OECD-Länder. Vor allem die Mittelschicht wird zur Kasse gebeten. "Die Mitte wird von der hohen Steuer- und Abgabenbelastung erdrückt", so der Bund der Steuerzahler - mit erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Folgen.

Politikum (19.05-19.30 Uhr) Armut - Die heimliche Angst der Mittelschicht Die Mittelschicht als politische Klasse - oder: Ohne die breite Masse keine Moderne...? "Politikum" möchte wissen, was passierte, wenn unsere Mittelschicht weg bricht, weil ein großer Teil verarmt und ein deutlich kleinerer Teil es schafft, in die Klasse der Reichen aufzusteigen. Was bedeutete das für die demokratische Entwicklung? Wäre noch Pluralität gegeben? Wäre dies ein Rückfall in vor-moderne Zeiten - oder gar eine Erleichterung für die Entscheidungsfindungsprozesse, die für die Zukunft Deutschlands wichtig sind...?

Funkhausgespräche (20.05-21.00 Uhr) Was die Reichen übrig lassen Lebensmitteltafeln - Alibi für die Politik? Mit Sabine Werth (Gründerin der ersten Tafel in Deutschland) und Prof. Stefan Selke (Soziologe) Bis zu einer Million Menschen täglich werden in Deutschland von Lebensmitteltafeln versorgt. Bedingung ist dort in der Regel, dass man seinen Hartz IV-Bescheid vorzeigen muss. Inzwischen gibt es in Deutschland eine dichte Infrastruktur zur Versorgung von Bedürftigen auf ehrenamtlicher Basis. Wird hier Nothilfe in außergewöhnlichen Lebenssituationen geleistet? Oder ersetzt private Engagement berechtigte Ansprüche an den Staat?

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