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Fischer/Börnsen: Feste Fehmarn-Belt-Querung - Ostseeprojekt Nr. 1

    Berlin (ots) - Zu der heutigen Bundestagsdebatte über das
transeuropäische Verkehrsprojekt erklären der verkehrspolitische
Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dirk Fischer MdB, und der
Vorsitzende des "Arbeitskreises Küste", Wolfgang Börnsen MdB:
    
    Der Bundesverkehrswegeplan müsste 2001 - in diesem Jahr also -
fertiggestellt werden. Dazu ist die Bundesregierung verpflichtet, im
Hinblick auf die Bundestagswahl scheut sie jedoch die damit
verbundenen Auseinandersetzungen. Das Beispiel Fehmarn-Belt-Querung
macht die Konfliktvermeidungs-Strategie der Bundesregierung besonders
deutlich. Man arbeitet pro Forma an der Planung, schiebt das Projekt
real jedoch auf die lange Bank.
    
    Das bereits 1992 in Auftrag gegebene Gutachten belegt eindeutig:
Diese transeuropäische Verbindung ist wirtschaftlich geboten,
geologisch machbar und ökologisch sinnvoll. Mit dem Ende der
Ausschreibungsfrist am 22. Juni ist dieses Ostseeprojekt Nr. 1 in
eine neue Phase getreten.
    
    Da der Bau zum transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN) gehört, wird
er die Schleswig-Holstein-Quote beim Bundesverkehrswegeplan nicht
belasten. Der Verkehrsstrom aus Skandinavien nach Mitteleuropa, aber
auch umgekehrt, nimmt rasant zu. Dänemark drängt auf eine
Entscheidung, Deutschland verzögert sie. Annähernd zehn Prozent der
deutschen Exportwirtschaft gehen in Länder der Ostseeregion, über 100
Mrd. $. Mit den Anrainern des Mare Balticum wird mehr Handel
betrieben als mit den USA und Japan zusammen. Für jeden dieser 10
Staaten sind wir der wichtigste Wirtschaftspartner. Das Wachstum des
Ostseehandels kann sich nach Aussage aller Institute, die sich mit
dem Raum befassen, innerhalb der kommenden 10-15 Jahre verdoppeln bis
verdreifachen, wenn - ja wenn - die infrastrukturellen
Voraussetzungen gegeben sind.
    
    Nur 19 Kilometer fehlen, um Kopenhagen und Hamburg beinahe in
Luftlinie zu verbinden. Statt 45 Minuten via Fähre würde das
Königreich bei einer festen Querung in 20 Minuten direkt erreichbar
sein. Gegenüber dem Landweg lassen sich etwa 160 km Fahrtstrecke
einsparen. Laut Studie sind Bau und Betrieb einer festen Querung voll
über Nutzungsgebühren finanzierbar.
    
    
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