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15.08.2013 – 11:32

CDU/CSU - Bundestagsfraktion

Börnsen: Bund rettet Kulturgüter

Berlin (ots)

Das Bundeskabinett hat eine Aufbauhilfe für durch die Flutkatastrophe beschädigte Kulturdenkmäler in Höhe von 63 Millionen Euro beschlossen. Dazu erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen (Bönstrup):

"Wir sind dankbar für die Initiative und die Entscheidung des Bundeskabinetts, die von der Flutkatastrophe beschädigten Kulturdenkmäler zu retten. Der Bund stellt in einem ersten Schritt dafür 63 Millionen Euro aus dem Fluthilfefonds bereit.

Die Hochwasserkatastrophe hat uns alle schockiert und tief betroffen gemacht. Auch viele Kulturdenkmale sind dadurch gravierend und langfristig bedroht. Einige traurige Beispiele sind: das Landestheater Niederbayern und die Spitalkirche St. Johannes in Passau oder das für seine herrliche Architektur bekannte frühklassizistische Sommerpalais in Greiz in Thüringen. Allein in Sachsen sind mehr als 1.700 denkmalgeschützte Gebäude betroffen. Auch wenn die Zuständigkeit für den Schutz von Kulturgütern formal bei den Bundesländern liegt, ist es ein wichtiges und richtiges Signal, dass die Bundesregierung dank des Engagements des Kulturstaatsministers, den Wiederaufbau der Kulturdenkmäler mit erheblichen Mitteln unterstützt.

Unsere Kunst- und Kulturgüter sind ein Schatz von unermesslichem Reichtum, den es mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen und zu schützen gilt. Wir wollen, dass die Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen beim Hochwasserschutz künftig noch besser koordiniert werden, damit wir den Zerstörungen unserer Kunst- und Kulturgüter vorbeugen oder im Notfall schneller reagieren können. Daher haben wir mit unserer Initiative "Kulturgüterschutz stärken" die Bundesregierung aufgefordert, gemeinsam mit den Bundesländern die Einsetzung eines Verantwortlichen auf Bundesebene zu prüfen, der den Schutz bedrohter Kulturgüter im Fall eines Katastrophenfalls koordiniert. Zudem soll ein interdisziplinäres Expertennetzwerk eingerichtet werden, das zum Schutz, zur Bergung und zur Restaurierung von Kulturgütern herangezogen werden kann. Zugleich soll die Gründung eines zentralen bundesdeutschen Instituts für Konservierungs- und Kulturschutzforschung geprüft werden.

Wertvolle Kulturgüter sind in Bibliotheken, Museen und Archiven in der Vergangenheit immer wieder durch Naturkatastrophen und Unglücke beschädigt oder vollkommen vernichtet worden. Wir alle haben auch noch die Bilder der ausgebrannten Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar 2004 und vom Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 vor Augen, bei dem 30 Regalkilometer mit den Beständen eines der bedeutendsten kommunalen Archive Europas in die Tiefe gerissen wurden. Allein hier beläuft sich der Schaden auf eine Milliarde Euro. Die jüngste Flutkatastrophe ist ein weiterer trauriger Beleg dafür, dass unsere Forderungen eine Berechtigung haben."

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