Open Doors Deutschland e.V.

Wo Christen am stärksten verfolgt werden
Open Doors veröffentlicht Weltverfolgungsindex 2018

Pastor P. inspiziert ein vom IS zerstörtes Haus in Baschiqa, Irak. Gemeinsam mit lokalen Kirchen organisiert Open Doors den ...
Pastor P. inspiziert ein vom IS zerstörtes Haus in Baschiqa, Irak. Gemeinsam mit lokalen Kirchen organisiert Open Doors den Wiederaufbau für christliche Familien. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/78456 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei.... mehr

Kelkheim (ots) -

Mit dem neuen Weltverfolgungsindex 2018 macht Open Doors auf die 
zunehmend bedrohliche und dramatische Lage von Christen in den 50 
Ländern aufmerksam, in denen sie aufgrund ihres Glaubens am stärksten
verfolgt werden. Seit 1955 setzt sich das christliche Hilfswerk mit 
umfangreichen Hilfsprojekten für verfolgte Christen aller 
Konfessionen ein, heute in über 60 Ländern.

Mehr als 600 Millionen Christen leben in Ländern mit starker 
Verfolgung

In den Ländern des Weltverfolgungsindex leben etwa 4,8 Milliarden 
Menschen, von denen sich mehr als 600 Millionen zum christlichen 
Glauben bekennen. Davon sind über 200 Millionen einem hohen Maß an 
Verfolgung ausgesetzt. Hier die Rangfolge der zehn Länder, in denen 
Christen am härtesten verfolgt werden (Berichtszeitraum: 01.11.2016 
bis 31.10.2017 - in Klammern Position im Vorjahr): 
1. (1)  Nordkorea - ca 70000 Christen in Straflagern mit Zwangsarbeit
2. (3)  Afghanistan - keine Kirchen, islamistische Gewalt nimmt zu
3. (2)  Somalia - Christen können ihren Glauben nur heimlich leben
4. (5)  Sudan - Regime: Druck auf Kirchenleiter, Kirchen abgerissen
5. (4)  Pakistan - Gewalt gegen Christen ist auf höchstem Niveau
6. (10) Eritrea - Verhaftungen und Gewalt gegen Christen nehmen zu
7. (11) Libyen - Islamisten gehen verstärkt gegen Christen vor
8. (7)  Irak - IS ist besiegt, doch viele radikale Muslime im Land
9. (9)  Jemen - Christen zwischen Fronten von Sunniten und Schiiten
10.(8)  Iran - Regime geht weiterhin aggressiv gegen Hauskirchen vor 
Islamistische und nationalistische Bewegungen treiben 
Christenverfolgung an

Der neue Weltverfolgungsindex benennt als Hauptursache für 
Christenverfolgung die aufstrebenden islamistischen und 
nationalistischen Bewegungen mit besonders starker Ausprägung in 
Afrika, Asien und dem Mittleren Osten. Dort treiben Islamisten die 
Radikalisierung größerer Bevölkerungsteile voran und stürzen ganze 
Länder in Krieg und Chaos. Befeuert wird diese Entwicklung durch den 
Bruderkampf zwischen Sunniten und Schiiten mit ihren Schutzmächten 
Saudi-Arabien (12) und Iran (10).

Ideologisch geprägter Nationalismus auf Basis des Kommunismus engt 
das Leben der Christen in Vietnam (18) und Laos (20) immer mehr ein, 
verstärkt auch wieder in China (43). Nordkorea ist mit dem 
Personenkult um die "Kim-Dynastie" erneut - und seit 2002 - auf Platz
1 der schlimmsten Christenverfolger. Etwa 300.000 Christen leben 
ihren Glauben versteckt, aber sehr aktiv im Untergrund.

Nationalistisch geprägter Hinduismus und Buddhismus - getragen von 
Regierung und Bevölkerung - sind in Asien für eine Zunahme der 
Verfolgung verantwortlich. Nepal kehrt auf den Weltverfolgungsindex 
zurück - direkt auf Rang 25 - und weist damit den stärksten 
Negativtrend auf, gefolgt von Aserbaidschan (ebenfalls zurück, auf 
Rang 45) und Libyen (von Rang 11 auf 7). Das betrifft auch Indien 
(von Rang 15 auf 11), wo sich die Lage der Christen durch einen 
sprunghaften Anstieg der Gewalt dramatisch verschlechtert hat. So 
verkündete 2014 Rajeshwar Singh von der für Zwangs(rück)bekehrungen 
zum Hinduismus bekannten Gruppe Dharm Jagran Samiti (DJS), Indien 
werde bis zum Jahr 2021 frei sein von Christen und Muslimen. Indiens 
Präsident Modi unterstützt die Hinduisierung seines Landes und die 
Hindutva-Ideologie, nach der jeder Inder ein Hindu sein muss.

Jährlich neuer Weltverfolgungsindex zeigt Dynamik von 
Christenverfolgung

Der Weltverfolgungsindex ist die weltweit einzige Erhebung, für die 
verfolgte Christen anhand einer differenzierten und von 
Wissenschaftlern und Experten kontinuierlich weiterentwickelten 
Methodik jährlich direkt befragt werden. Damit soll ihre Situation 
möglichst genau erklärt und die Dynamik der Verfolgung verdeutlicht 
werden. Bei der Verwendung des Begriffs "Verfolgung" lehnt sich Open 
Doors an die Definition der UN an. Das UN-Flüchtlingshilfswerk 
verweist darauf, dass "eine Bedrohung des Lebens oder der Freiheit 
aufgrund von Ethnie, Religion, Nationalität [...] in jedem Fall als 
Verfolgung zu werten ist."

Verfolgung ist nicht nur Gewalt

Christenverfolgung liegt nicht nur dann vor, wenn Kirchen brennen und
bei brutalen Überfällen oder Selbstmordanschlägen viele Christen in 
den Tod gerissen werden. Anhaltender Druck auf Christen durch die 
eigene Regierung, Gesellschaft, den Stamm oder die Familie treiben 
viele von ihnen in den Untergrund oder aus ihrer Heimat. Der Druck 
auf Christen ist enorm, wenn ein Regime wie das iranische beständig 
Christen verhaften und für viele Jahre ins Gefängnis werfen lässt. 
Das gilt auch für Eritrea mit etwa 200 Verhaftungen 2017. Christliche
Konvertiten stehen in buddhistischen, hinduistischen und islamischen 
Ländern unter Dauerdruck. Werden sie entdeckt, drohen ihnen Schikane 
und Vertreibung, sogar ihre Ermordung. Christen - und besonders 
Konvertiten - erfahren oft Benachteiligung auf dem Bildungs- und 
Arbeitsmarkt sowie bei Zugang zu medizinischen oder staatlichen 
Hilfsleistungen. In vielen islamischen Ländern ist die Religion im 
Personalausweis vermerkt, das fördert die Ungleichbehandlung. Dazu 
kommt, dass beispielsweise in Pakistan die Stimme eines Christen vor 
Gericht nur halb so viel gilt wie die eines Muslims. All dies fließt 
als Ausdruck von Christenverfolgung in den Weltverfolgungsindex ein.

Verfolgten Christen eine Stimme geben

"Der weltweite Dienst von Open Doors wird von den Bedürfnissen der 
verfolgten Christen bestimmt. Durch den Weltverfolgungsindex erhalten
sie eine Stimme in der Öffentlichkeit", sagt Markus Rode, 
Vorstandsvorsitzender von Open Doors Deutschland. "Ihre Stimme wird 
jedoch von vielen politisch Verantwortlichen in Europa inklusive 
Deutschland nicht gehört. Ganz im Gegenteil! Obwohl bekannt ist, dass
der Iran, Afghanistan und Pakistan zu den schlimmsten 
Christenverfolgerstaaten gehören, sollen christliche Flüchtlinge - 
zumeist muslimischer Herkunft - abgeschoben werden in eben diese 
Länder, wo ihnen wegen Abfall vom Islam der Tod droht. Es ist schwer 
auszusprechen, aber damit bewegt sich ein Land wie Deutschland im 
Ergebnis in derselben Liga wie China, das geflohene Nordkoreaner 
direkt zurück in die Hände ihrer Henker liefert", so Rode weiter. 
"Verfolgte Christen brauchen Zeichen der Hoffnung, gerade von den 
Ländern des christlichen Westens. Das gilt auch für die aus Syrien 
und dem Irak geflüchteten Christen. Viele werden in ihre Heimatländer
zurückkehren, wenn sie dort Schutz, gleiche Bürgerrechte und 
Wiederaufbauhilfe erhalten. Die Stimme der Christen im Nahen Osten, 
die dort über Jahrhunderte Nächstenliebe und Vergebung gelebt haben, 
darf nicht verstummen", appelliert Markus Rode.

Den ausführlichen Bericht zum Weltverfolgungsindex mit detaillierten 
Länderprofilen, Analysen zu weltweiten Entwicklungen, der Methodik 
zum Weltverfolgungsindex sowie Lebensberichte verfolgter Christen 
finden Sie unter www.weltverfolgungsindex.de.

Materialien zum Download für Presse sind zu finden unter: 
https://www.odbox.de/index.php/s/fR6zORbPYyoaHHv

Für Interviews mit Markus Rode kontaktieren Sie bitte das Pressebüro 
von Open Doors.  

Pressekontakt:

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