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05.07.2005 – 16:13

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Dienstag, 9. August 2005, 22.45 Uhr, Wahl 2005 im ZDF
Wo steht Deutschland? (3)
Ernstfall für die Bundeswehr

Mainz (ots)

Dienstag, 9. August 2005, 22.45 Uhr

Wahl 2005 im ZDF Wo steht Deutschland? (3) Ernstfall für die Bundeswehr Film von Mathis Feldhoff und Andreas Huppert

"Ich weiß nur noch, dass ich in den Bus gestiegen und im Krankenhaus wieder wach geworden bin – 14 Tage später." Vor zwei Jahren sitzt Toni Evert in dem Bundeswehrbus, der von Terroristen mitten in Kabul in die Luft gesprengt wird. Vier Soldaten sterben, 28 werden verletzt. Toni Evert verliert bei diesem Anschlag in Afghanistan ein Bein und ein Auge. Seine Karriere als Berufssoldat ist zu Ende. Heute wird er zum zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr umgeschult. Inzwischen kann Toni Evert wieder positiv in die Zukunft blicken: "Meine Familie und die Freunde geben mir die Kraft weiterzuleben – und das ist auch mit einer Behinderung lebenswert."

Der Ernstfall für die Bundeswehr ist längst real geworden. Fast 7.000 Bundeswehrsoldaten sind im Auslandseinsatz: in Afghanistan, im Kosovo, im Sudan und am Horn von Afrika - und eine Ende ist derzeit nicht abzusehen.

Oberfeldwebel Martin Waltemathe musste bei seinem Kosovoeinsatz zur Waffe greifen. Bei einem Schusswechsel mit zwei serbischen Freischärlern haben er und seine Kameraden die beiden Angreifer erschossen. "Es war eine Notwehrsituation. Bestimmte Bilder von damals, ganz bestimmte Spots, die vergisst man nicht mehr, die hat man im Kopf, wie Standbilder muss man sich das vorstellen, die man als bleibende Erinnerung mitnimmt."

50 Jahre nach ihrer Gründung steht die Bundeswehr vor völlig neuen Aufgaben. Aus einer Verteidigungsarmee sind in den letzten Jahren moderne Streitkräfte geworden, die sich aktiv an der weltweiten Terroristenjagd beteiligen – für viele Soldaten mit nie vorstellbaren Szenarien verbunden.

In der Dokumentation von Mathis Feldhoff und Andreas Huppert erzählen beispielsweise deutsche Kampfjet-Piloten, was es für sie bedeutet, dem Befehl zu folgen, ein entführtes Verkehrsflugzeug mit 300 Passagieren an Bord abzuschießen. Ein Auftrag, von dem Bundesverteidigungsminister Struck sagt: "Müsste ich solch einen Befehl geben, würde ich es tun – danach allerdings sofort zurücktreten, denn ich würde ja das Leben unschuldiger Menschen zerstören, um höherwertige Rechtsgüter zu schützen."

Die veränderten Anforderungen verlangen von der Bundeswehr in allen Bereichen neue Wege. So zum Beispiel bei der Grundausbildung. Hier gehört längst eine so realistisch wie möglich durchgeführte Geiselnahme von Bundeswehrsoldaten als Übungseinheit zum festen Bestandteil der Ausbildung. Für viele Kommandeure von Kampfeinheiten ist die wirklichkeitsnahe Ausbildung ein Muss. Ihre Argumentation: "Heute heißt die Frage nicht mehr, ob der Ernstfall kommt, sondern nur noch wann und wo."

Der nächste Teil der Dokumentationsreihe "Wo steht Deutschland – Zwischen Hartz und Hoffnung" läuft am 16. August 2005, 23.00 Uhr.

Rückfragen bitte an:

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Telefon: 06131 / 70 - 2120

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