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20.03.2003 – 12:27

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ZDF-Programmhinweis
Sonntag, 13. April 2003, 19.30 Uhr
ZDF Expedition
Sonntag, 20. April 2003, 19.30 Uhr
ZDF Expedition

    Mainz (ots)

    Sonntag, 13. April 2003, 19.30 Uhr

    ZDF Expedition

    Königinnen vom Nil

    1. Die große Hatschepsut

    Film von Wolfram Giese und Michael Gregor

    Hatschepsut ist die erste namentlich bekannte Frauengestalt der Menschheitsgeschichte, die die Geschicke ihrer Zeit in herausragender Weise geprägt hat. Lange vor der Ptolemäerkönigin Kleopatra bestieg sie den Pharaonenthron und herrschte 20 Jahre über das Reich am Nil. Einer der bekanntesten Tempel Ägyptens, das Terrassen-Heiligtum von Deir el-Bahari bei Luxor, wurde von ihr errichtet. Bis in das geheimnisumwitterte Land Punt schickte die Herrscherin ihre Handelsschiffe.

    Als junge Königswitwe hatte Hatschepsut zur Macht gegriffen und war aus der traditionellen Frauenrolle im alten Ägypten herausgetreten. Als Preis dafür veränderte sie ihr veröffentlichtes Bild und ließ sich auf Wandmalereien und Statuen nur noch als Mann darstellen. Die Phantasie der Nachwelt hat besonders das ungeklärte enge Verhältnis zu ihrem Vertrauten und Kanzler Senenmut angeregt, der  später von ihr verstoßen und verfemt wurde.

    Bis heute gilt nicht nur Hatschepsuts Leben als historisches Rätsel, sondern auch die Umstände ihres Todes und die Zerstörung ihrer Statuen und Inschriften sind noch ungeklärt. Bisher hatte man angenommen, Hatschepsuts Stiefsohn und Nachfolger Tutmosis III. habe aus Rachsucht und Hass die Erinnerungen an die Pharaonin zerstört. Dies wird jedoch durch neuere Erkenntnisse von Archäologen widerlegt.

    Bei Grabungen in Ägypten und bei Forschungen in international renommierten Museen werden die Fakten zusammengetragen, um ein Bild der großen Herrscherin zu entwerfen, das sich im Laufe der Jahrhunderte stark wandelte.  

    Der Film lässt führende Hatschepsut-Spezialisten zu Wort kommen. Moderne Wissenschaftlerinnen und Schriftstellerinnen wie Sylvia Schoske, Joyce Tyldesley und Pauline Gedge hat das außergewöhnliche Schicksal dieser Pharaonin inspiriert.

    Über Hatschepsuts Ende ist nur der ungefähre Zeitpunkt bekannt. Wurde sie gewaltsam vom Thron verdrängt? Wurde sie gar von ihrem Nachfolger Thutmosis III. ermordet? Nach dem Tod der Regentin wurde der Versuch unternommen, ihr Andenken auszulöschen. Ihre Obelisken im Karnak-Tempel wurden von ihrem Nachfolger Thutmosis III. ummauert, ihre Statuen verstümmelt, die Namenskartuschen und Darstellungen in ihren Kultstätten ausgemeißelt. Die Spuren der Zerstörungstat kann man heute noch in der Anlage von Deir-el-Bahari erkennen. Sogar die Bauweise ihres Heiligtums wurde nie wieder aufgegriffen, nur um die Erinnerung an die Pharaonin nicht aufleben zu lassen. Ihr Name verschwand. In späteren Königslisten taucht sie nicht mehr auf. Eine Pharaonin entsprach nicht den göttlichen Vorgaben. Erst im 19. Jahrhundert wurde Hatschepsut "wiederentdeckt": Die Forscher fanden einen seltsamen "König", der mit weiblicher Figur und weiblichen Titeln dargestellt wurde.

    Sonntag, 20. April 2003, 19.30 Uhr

    ZDF Expedition

    Königinnen vom Nil

    2. Die Ptolemäerinnen

    Film von Wolfram Giese und Michael Gregor

    Kleopatra verkörpert wie kein anderer Pharao den Mythos Ägyptens. Sie wird beschrieben als eine Frau, überragend an Intelligenz, Charme und Schönheit,  machtbewusst und intrigant. Vor Mord schreckte sie nicht zurück, um an die Macht zu gelangen. Auf dem Thron angekommen, träumt sie von einem Weltreich. Sie betört Caesar, stürzt Rom in eine Regierungskrise. Als ihr Machtanspruch scheitert, setzt sie ihrem Leben ein Ende.

    Cleopatra stammt aus einer Familie mit starken und machtbewussten Frauen. Was Cleopatra einzigartig macht, ist der Aufstieg ihrer Familie, die Ägypten nach dem Tode Alexanders des Großen 300 Jahre regiert hat - der Dynastie der Ptolemäer. Das dritte Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ist das große Jahrhundert Alexandrias. Und es ist das Jahrhundert der Ptolemäerinnen Arsinoe II., Berenike II. und Arsinoe III. Die Königinnen ebneten Cleopatra VII., der letzten Pharaonin, den Weg an die Macht.

    Arsinoe II. wollte man unter einem magnetischen Gewölbe ein schwebendes Kultbild errichten, um ihrer Übermenschlichkeit sinnfälligen Ausdruck zu verleihen. Berenike II. nimmt die Geschicke Ägyptens selbst in die Hand. Als ihr Mann Ptolemaios III. in den Krieg nach Syrien zieht, regiert sie das Land fünf Jahre allein. Als ihr Mann Ptolemaios nach 25 Jahre Regierungszeit stirbt, wird sie ermordet. Die Mörderin ist ihre eigene Tochter Arsinoe III., die ihre Thronfolge antreten wird.

    Vor den ptolemäischen Königinnen hatte keine Griechin je die Geschicke der Welt gelenkt, und keine Kaiserin herrschte später über das Römische Weltreich. Die Antike war eine Welt dominiert von Männern.

    Die starken Frauen im Alten Ägypten brechen mit der klassischen Frauenrolle. Sie waren ein "Heiliges Geschlecht von Frauen", wie der Dichter Poseidipp sie nannte. Arsinoe II. , Berenike II. und Arsinoe III. überschreiten Grenzen, die Frauen in dieser Zeit gesetzt sind, und ebnen damit Cleopatra den Weg auf den Thron. Cleopatra vereinigt alle Eigenschaften ihrer Vorgängerinnen:  Machtwillen, Ehrgeiz, Klugheit und Skrupellosigkeit.  

    Wer waren die außergewöhnlichen Frauen? Nur wenige Tempel der Ptolemäer haben die Zeit überdauert. Es erweist sich als schwierig, greifbare Hinweise auf die Regentinnen des ptolemäischen Herrscherhauses zu finden. Der Film macht sich auf Spurensuche.

    Französische, polnische, holländische, britische und deutsche Archäologinnen und Archäologen sind seit Jahrzehnten den "Herrscherinnen vom Nil" auf der Spur. In Zusammenarbeit mit deutschen Altertumswissenschaftlern sind Modelle des antiken Alexandrias entstanden.

    Der französische Unterwasserarchäologe Franck Goddio hat nahe der Küste von Alexandria Überreste einer antiken Stadt gefunden: Herakleion. Dort auf dem Meeresgrund  finden Forscher eine Spur der vergöttlichten Königin Arsinoe II. Für sie sollte einst ein Weltwunder der Antike geschaffen werden. Ein Tempel mit einem schwebenden Standbild der Arsinoe. Gehalten werden sollte die Statue nur durch die unsichtbare Kraft des Magnetismus. Konnte man in jener Zeit Statuen frei schweben lassen? Erstmals in der Geschichte der Archäologie versucht der Film, diese Frage zu klären. Ob sich in den Vitrinen des J. Paul Getty Museums in Los Angeles ein bisher nicht erkannter Goldschatz der Königin Arsinoe III. verbirgt, wird mit modernen Analysetechniken untersucht.

    Papyrologen in Berlin zeigen, welche Geheimnisse die Mumien in den großen Grabstätten Ägyptens verbergen. Die Mumienkartonage wird in einem aufwendigen Prozess aufgeweicht. Die darin gefundenen Papyri geben Aufschluss über das Ägypten der Ptolemäerzeit. Der deutsche Medizinhistoriker Professor Bergdolt ist fasziniert von den riesigen Augen der Ptolemäer. Seine Diagnose: die Königinnen hatten Glupschaugen und litten bis zu Cleopatras Zeiten an der Krankheit Morbus Basedow. Eine Krankheit, die mit Aggression und Brutalität einhergeht.

    Viele internationale Wissenschaftler versuchen, das Leben der ptolemäischen Königinnen zu ergründen. Der Film fügt ihre Erkenntnisse zu einer aufschlussreichen Charakterstudie zusammen.

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