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ZDF-Pressemitteilung
ZDF-POLITBAROMETER März 2000
Union hat den Tiefpunkt überwunden
Angela Merkel in den Top Ten vor Gerhard Schröder

    Mainz (ots) -
    
    Erstmals seit Beginn der Parteispendenaffäre im November
verbessert sich die politische Stimmung für die Unionsparteien und
die SPD bleibt auf hohem Niveau, die kleinen Parteien verlieren.
    
    Die politische Stimmung im März: Die SPD unverändert 47 Prozent,
CDU/CSU 33 Prozent (Februar 29 Prozent), Bündnis90/Die Grünen 6
Prozent (Februar 9 Prozent), FDP 6 Prozent (Februar 7 Prozent), PDS 4
Prozent (Februar 5 Prozent).
    
    Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, dann würden
sich auch die längerfristigen Bindungen der Wähler auswirken. Die
Projektion sieht so aus: SPD 43 Prozent (+1), CDU/CSU unverändert 35
Prozent, Bündnis90/Die Grünen 6 Prozent (-1), FDP unverändert 6
Prozent, PDS 5 Prozent (-1), Andere 5 Prozent (+1). Das hieße,
Rot-Grün würde über eine klare Mehrheit verfügen.
    
    Auf der Liste der 10 wichtigsten Politiker in Deutschland hat
Angela Merkel hinter Kurt Biedenkopf (1.9 / Februar 2.0) mit 1.7 den
zweiten Platz erreicht (Februar 1.1). Sie liegt damit knapp vor
Gerhard Schröder (1.6 / Februar 1.4) und Joschka Fischer, der mit 1.6
(Februar 1.7) vom zweiten auf den vierten Platz zurückfällt. Hans
Eichel verbessert 1.1 (Februar 0.9), Edmund Stoiber verbessert 0.9
(Februar 0.6), Rudolf Scharping mit 0.8 und Volker Rühe mit 0.5
unverändert. Wolfgang Schäuble wieder im Plus-Bereich mit 0.2
(Februar -1.0). Helmut Kohl mit -1.5 nicht mehr so schlecht bewertet
wie im Februar mit -2.0.
    
    Auf die Frage, wer soll Parteivorsitzende(r) der CDU werden, ist
das Votum in der Bevölkerung und bei den Unionsanhängern eindeutig.
Bei allen Befragten meinen 41 Prozent Angela Merkel, 6 Prozent Kurt
Biedenkopf, 5 Prozent Volker Rühe und 3 Prozent Friedrich Merz, 42
Prozent können oder wollen sich nicht äußern. Bei den Unionsanhängern
sind 46 Prozent für Angela Merkel, 7 Prozent für Kurt Biedenkopf, 9
Prozent für Volker Rühe, 3 Prozent für Friedrich Merz und 30 Prozent
wissen es nicht.
    
    Kohls Spendensammlung zur Wiedergutmachung des von ihm
verursachten finanziellen Schadens finden 38 Prozent gut, 57 Prozent
nicht gut. Bei den Anhängern der Union finden 64 Prozent die Sammlung
gut, 30 Prozent nicht gut.
    
    Zu der bei den Grünen diskutierten Frage, ob Landtags- und
Bundestagsabgeordnete auch ein Parteiamt übernehmen dürfen, sind 59
Prozent der Grünen-Anhänger dafür, 31 Prozent dagegen.
    
    Bundeskanzler Schröder hat vorgeschlagen, dass ausländische
Fachkräfte für die Computer-Branche eine begrenzte Arbeitserlaubnis
in Deutschland erhalten sollen. Das finden 43 Prozent der Befragten
gut, 53 Prozent nicht gut.
    
    Die Anhänger der SPD (51 Prozent) und der Grünen (54 Prozent)
unterstützen den Schröder-Vorschlag mehrheitlich, die Anhänger der
Union (42 Prozent), der FDP (44 Prozent) und der PDS (38 Prozent)
sind eher zurückhaltend. Die Unterschiede sind aber relativ gering.
    
    Die Umfragen zum POLITBAROMETER wurden wie immer von der
Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews
wurden in der Zeit vom 13. bis 16. März 2000 unter 1.264 zufällig
ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist
repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz
Deutschland. Fehlertoleranz bei den großen Parteien 2,7
Prozentpunkte, bei den kleineren rund 1,4 Prozentpunkte.
    
    Das nächste POLITBAROMETER sendet das ZDF am Freitag, 14. April
2000, nach dem "heute journal".
    
    
ots Originaltext: ZDF
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