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14.07.2002 – 10:00

c't

PC-Spionage am Arbeitsplatz und zu Hause
Spyware macht PCs zu Verrätern

    Hannover (ots)

"Diese Software können Sie kostenlos benutzen,
wenn Sie sich im Gegenzug mit Werbung aus dem Internet beliefern
lassen." Klingt gut, wird aber bedrohlich, wenn das Programm, das
angeblich nur die  die Reklame liefert, nebenbei akribisch Ihr Tun am
PC protokolliert - womöglich Passwörter mitschreibt - und die Daten
ins Web sendet, warnt das Computermagazin c't in der aktuellen
Ausgabe 15/02.
    
    PC-Nutzern steht eine riesige Auswahl an Software zur Verfügung,
die sich über Werbeeinblendungen finanziert. Ideal für die
Honorierung des Anzeigenvermittlers ist es dann, wenn die
Werbesoftware ihm gleich ihren Erfolg beim Anwender mitteilt. Ein
seriöser Software-Hersteller informiert den Anwender im Voraus über
das Geschäftsmodell. Doch immer mehr Reklameroboter kann man sich wie
Computer-Viren "einfangen": Sie reisen im Gepäck kostenloser
Downloads mit oder installieren sich direkt durch einen unbedachten
Klick auf einer Website.
    
    Nur lästig, aber eher harmlos ist es, wenn ein solches
"Trojanisches Pferd" beim Surfen Umwege über Reklame-Webseiten
einbaut. Doch es ist viel mehr möglich: Besonders tückische Programme
lesen Tastatureingaben mit - Texte von E-Mails oder Passwörter fürs
Homebanking - und plaudern diese Daten anschließend aus. "Zum Glück
gibt es Hilfsmittel - ähnlich wie gegen Viren -, um dieser Gefahr
vorzubeugen oder seinen Rechner von solchen Schädlingen wieder zu
befreien" weiß c't-Redakteur Peter Schüler.
    
    In den USA überwachen sogar zahlreiche Unternehmen ihre
Mitarbeiter per Tastaturmitschnitt und regelmäßigen Screenshots,
aufgenommen von extra dafür heimlich  installierten Programmen. In
Deutschland schiebt das Gesetz solchen Praktiken einen Riegel vor.
Trotzdem sind auch hier Fälle bekannt geworden, wo Arbeitgeber ihren
Mitarbeitern auf diese Art nachspioniert haben. "Dann hat man kaum
technische Möglichkeiten, sich zu schützen", sagt c't-Experte Peter
Schüler. "Bei so einem Verdacht hilft fast nur der Vorstoß über den
Betriebsrat oder persönliche Intervention beim Arbeitgeber."
    
    Titelbild c't 15/2002:
    www.heise.de/presseinfo/bilder/ct/02/ct152002.jpg
    
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