Evangelische Akademie Bad Boll
Wenn Wohnen arm macht: Die Wohnungsnot von Familien
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Bezahlbarer Wohnraum wird für immer mehr Familien zur kaum überwindbaren Hürde. Besonders Haushalte mit geringen Einkommen geraten auf angespannten Wohnungsmärkten zunehmend unter Druck: Wohnungssuche bedeutet für sie oft jahrelange Unsicherheit, prekäre Übergangslösungen und nicht selten Wohnungslosigkeit. Fachverbände und Studien weisen seit Jahren darauf hin, dass sich diese Entwicklung auch in Baden‑Württemberg weiter verschärft, insbesondere für Familien mit Kindern.
Nach aktuellen Erhebungen verbringen immer mehr Familien längere Zeit in verdeckter Wohnungslosigkeit, in Notunterkünften oder in engen Mitwohnverhältnissen. Kommunen stehen vor der Herausforderung, kurzfristig Unterkunft bereitzustellen und zugleich langfristige Perspektiven zu eröffnen. Neben dem akuten Mangel an bezahlbarem Wohnraum verweisen Expertinnen und Experten aus Sozialarbeit, Wohnungspolitik und Kommunalverwaltung darauf, dass strukturierte und auf benachteiligte Familien zugeschnittene Konzepte bislang nicht etabliert sind – sichtbar wird die Problematik an der Schnittstelle von sozialer Realität, Stadtentwicklung und kommunaler Verantwortung.
Genau hier setzt die Tagung „Wohnen und Armut – Perspektiven für benachteiligte Familien“ an, die am Freitag, 8. Mai 2026, in der Evangelischen Tagungsstätte Bad Boll stattfindet. Als Teil der IMPULSE-Reihe der Internationalen Bauausstellung IBA 2027 StadtRegion Stuttgart bringt sie Akteurinnen und Akteure aus Kommunen, Wohnungspolitik, Architektur und Stadtplanung mit Vertreter*innen der Sozialen Arbeit, der freien Wohlfahrtspflege und der Wohnungswirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Wie kann Wohnungslosigkeit von Familien frühzeitig verhindert werden? Welche Instrumente benötigen Kommunen, um armutsbetroffene Haushalte dauerhaft um Wohnraum zu vermitteln? Und wie können Architektur, Stadtplanung und Wohnungspolitik soziale Dienste dabei wirksam unterstützen?
Die Tagung verbindet Analyse und Lösungsvorschläge. Beiträge aus Wissenschaft und Kommunalpolitik beleuchten die aktuellen Rahmenbedingungen des Wohnungsmarkts. Praxisbeispiele zeigen, wie Wohnraum durch die Aktivierung von Bestandsimmobilien, durch sozialorientierte Bauprojekte oder durch gezielte Wohnraumvermittlung für Familien neu erschlossen werden kann. Dabei wird deutlich: Wohnen ist längst nicht nur eine bauliche, sondern auch eine sozialpolitische Aufgabe.
Mit dabei ist unter anderem der Berliner Architekt Van Bo Le‑Mentzel, der bundesweit durch seine Konzepte zu bezahlbarem Wohnen — etwa Tiny‑Wohnungs‑Prototypen oder den sogenannten „Hartz‑IV‑Möbeln“ — bekannt geworden ist. Le‑Mentzel lebt mit seiner fünfköpfigen Familie selbst auf 60 Quadratmetern und verbindet die Frage der Wohnkosten stets mit grundsätzlichen Überlegungen zum tatsächlichen Platzbedarf von Menschen. Seine Perspektive bringt damit einen wichtigen Impuls in die Debatte um bezahlbares, ressourcenschonendes und sozial gerechtes Wohnen ein.
Als letzte Veranstaltung der IMPULSE-Reihe vor der großen IBA‑Ausstellung 2027 bündelt die Tagung Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven und fragt: Welche Impulse für eine sozial gerechte Wohnungspolitik und Stadtentwicklung gehen von der Internationalen Bauausstellung aus?
Wir laden Sie als Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich zur Teilnahme an der Veranstaltung und zur Berichterstattung ein. Außerdem freuen wir uns, wenn Sie im Vorfeld auf die Veranstaltung hinweisen: „Wohnen und Armut – Perspektiven für benachteiligte Familien“
- 08.05.2026, 09:00 - 16:30 Uhr, Evangelische Tagungsstätte Bad Boll
- Melden Sie sich als Pressevertretung gerne per E-Mail an: miriam.kaufmann@ev-akademie-boll.de
- Weitere Infos: https://www.ev-akademie-boll.de/tagung/450526.html
- Gesamtpreis: 85,00 €
Mitwirkende:
Martin Ansbacher (Oberbürgermeister, Stadt Ulm), Janina Baaken (Geschäftsführerin, Heimstatt Esslingen e.V.), Birgit Baumgärtner (Referentin, Kompetenzzentrum Soziale Arbeit & Sozialpolitik, Caritasverband der Diözese Rottenburg‑Stuttgart e. V.), Matthias Günther ( Geschäftsführer Pestel Institut GmbH, Sarstedt), Kim Hartmann (Koordinatorin „Mach dich stark“, Caritasverband der Diözese Rottenburg‑Stuttgart e. V.), Heiner Heizmann (Leiter Kompetenzzentrum Sozialpolitik, Caritasverband der Diözese Rottenburg‑Stuttgart e. V.), Andreas Hofer (Intendant, Internationale Bauausstellung IBA 2027, Stuttgart), Götz Kanzleiter (Referent und Leiter Projekt Aufbruch Wohnen, Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Württemberg e. V., Stuttgart), Dr. Alexandra Klein (Mitglied, Landesfamilienrat Baden‑Württemberg, Stuttgart), Dr. Gabriele König (Geschäftsführerin, IBA’27 – StadtRegion Stuttgart GmbH), Van Bo Le‑Mentzel (Architekt und Gründer, Berlin‑Kreuzberg), Simon Näckel (Referent Armutspolitik, Kompetenzzentrum Soziale Arbeit und Sozialpolitik, Caritasverband der Diözese Rottenburg‑Stuttgart e. V.), Prof. Dr. Ulrich Otto (Vorstand, n.e.s.t. Bauprojektierung und Vermietung AG, Tübingen), Dr. Kerstin Renz (Studienleiterin, Evangelische Akademie Bad Boll), Michael Wandrey (Vorstand, WohnWerk e. V., Reutlingen)
Die Veranstaltung richtet sich an:
Akteure der Familien-, Sozial- und Wohnungspolitik; verantwortliche und planende Akteure aus Kommunen, Region und Land; Architekt*innen und Stadtplaner*innen; Akteure aus der Wohnungswirtschaft und aus den sozialen Diensten; Vertreter*innen benachteiligter Gruppen; haupt- und ehrenamtliche Quartiersakteure; Fachjournalist*innen
In Kooperation mit Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart, Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V., Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. / Aufbruch Wohnen, Quartiersakademie Baden-Württemberg
Gerne stehe ich Ihnen für Rückfragen per Mail oder telefonisch zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Miriam Kaufmann, Referentin Kommunikation & Marketing
Evangelische Akademie Bad Boll
Akademieweg 11 | 73087 Bad Boll
Telefon: 07164 79-300 | miriam.kaufmann@ev-akademie-boll.de
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