Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
++ Bitte nicht anfassen! Wildkätzchen im Wald lassen | Europäische Wildkatzen werden häufig mit Hauskatzen verwechselt ++
Pressemitteilung
13. April 2026 | 057
BUND-Pressestelle
Tel.: 030 - 27586 - 109
Bitte nicht anfassen! Wildkätzchen im Wald lassen
Europäische Wildkatzen werden häufig mit Hauskatzen verwechselt
- Wildkatzen kehren in viele Regionen zurück
- Verwechslung mit Hauskatzen gefährdet Jungtiere
- BUND gibt konkrete Verhaltenstipps
Berlin. Im Frühjahr werden in vielen Wäldern wieder junge Europäische Wildkatzen gesichtet. Die gute Nachricht: Die einst seltene Art breitet sich zunehmend wieder aus. Gleichzeitig wächst jedoch eine neue Gefahr: Immer wieder werden Wildkatzenjungtiere von Spaziergänger*innen mit vermeintlich ausgesetzten Hauskätzchen verwechselt und aus dem Wald mitgenommen. Das kann jedoch tödliche Folgen haben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) appelliert daher eindringlich: Graugetigerte Kätzchen im Wald bitte nicht anfassen oder mitnehmen.
Friederike Scholz, Koordinatorin des „Rettungsnetz Wildkatze“ beim BUND: „Die Wildkatze kehrt in viele deutsche Regionen zurück. Das ist ein großer Erfolg für den Naturschutz. Doch genau diese positive Entwicklung bringt ein neues Risiko mit sich: Ihre Jungtiere werden häufig mit Hauskatzen verwechselt.“
Wildkatzen sind aber keine davongelaufenen Hauskatzen, sondern echte Wildtiere. Erst kürzlich gelangen wieder Nachweise in Regionen, in denen die Art lange verschwunden war. Beispielsweise in Schleswig-Holstein und im nördlichen Brandenburg. Die Anwesenheit der Wildkatze gilt als wichtiger Indikator für naturnahe und artenreiche Wälder.
Zum Verwechseln ähnlich
Wildkatzen sehen graugetigerten Hauskatzen ähnlich. Zudem lässt das alleinerziehende Muttertier seine Jungen während der Mäusejagd im Versteck zurück. Werden die neugierigen Jungtiere beim Spielen entdeckt, wirkt es oft so, als seien sie hilflos verlassen.
Scholz: „Was wie Hilfe aussieht, ist oft das Gegenteil: Wird ein gesundes Wildkätzchen mitgenommen, sinken seine Überlebenschancen drastisch. Die Tiere sind sehr empfindlich, vertragen kein übliches Katzenfutter und können sich schnell mit Krankheiten von Hauskatzen infizieren.“
Die Europäische Wildkatze kehrt in ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete zurück. Doch gerade in Regionen mit kleinen oder noch instabilen Beständen kann jede Entnahme die Ausbreitung der Art gefährden.
Wildkatze entdeckt, was ist nun zu tun?
Scholz: „Wenn Sie vermeintlich verlassene Jungtiere finden, entfernen Sie sich leise. Prüfen Sie nach etwa sechs bis zwölf Stunden, ob die Kätzchen noch da sind. Wenn das der Fall ist, rufen Sie das BUND-Notfalltelefon oder eine örtliche Wildtierauffangstation an.“
Nur wenn Jungtiere offensichtlich in Not sind, sollte man direkt eingreifen. Das kann nötig sein, wenn sie beispielsweise verletzt sind oder laut schreiend Waldbesuchenden hinterherlaufen. Wildkatzen sind deutschlandweit streng geschützt. Die Mitnahme von Jungtieren aus der freien Natur und ihre Haltung in Privathaushalten ist daher verboten.
Hinweis: Hilfe zur richtigen Entscheidung
Um Verwechslungen zu vermeiden, stellt der BUND Informationsmaterialien, Videos und einen Handlungsleitfaden zur Verfügung. Diese zeigen, wie Wild- und Hauskatzen unterschieden werden können und was im Ernstfall zu tun ist.
Weitere Informationen:
- BUND-Tipp: Wildkatze entdeckt! Was ist jetzt zu tun?
- BUND-Pressebilder kostenlos zum Thema Wildkatze
- BUND- Handlungsleitfaden zum Umgang mit Wildkatzen
- Notfalltelefon im Wildkatzendorf Hütscheroda: täglich von 10 bis 18 Uhr erreichbar unter Tel.: +49 3625 4865180
- BUND-Videoreihe auf YouTube:
- Kontakt: Friederike Scholz, Koordinatorin des „Rettungsnetz Wildkatze“ beim BUND-Bundesverband , Tel.: +49 30 27586-566, Friederike.Scholz(at)bund.net, Hanna Walker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim BUND, Tel.: +49 30 27586-594, Hanna.Walker(at)bund.net
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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.
Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin