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Vorabmeldung des ARD-Magazins "Report München" zu seinem Bericht am 17.02.03 im "Ersten" um 21 Uhr:

München (ots)

"Report München" präsentiert Augenzeugen für
Saddams mobile B- und C- Waffen-Labors 
Mindestens acht Anlagen kamen aus Deutschland 
Geschäfte gegen politisches Wohlverhalten: Bundesregierung 
untersützte heimliche Reise des Bundesverbandes der Deutschen 
Industrie nach Bagdad.
München, 17.2.03 Die von US-Außenminister Collin Powell lediglich
als Zeichnungen vorgestellten fahrbaren B- und C-Waffen-Labors des
Irak existieren tatsächlich. Mindestens acht davon wurden Ende der
achtziger Jahre aus Deutschland geliefert. Dies berichtet erstmals
ein Augenzeuge gegenüber Report München. Der für Medico International
tätige Entwicklungshelfer Hans Branscheidt hatte die mobilen Labors
schon 1988 im Irak des öfteren im Einsatz gesehen. Die Labors, so
Branscheidt, könnten nicht nur zur Analyse von Giftstoffen zum Schutz
eigener Truppen im offensiven Kampf etwa beim Einsatz von chemische
Mitteln eingesetzt , sondern auch als "Produktionsstätten für
Pockenviren, Botulinusstoffe oder andere Dinge" benutzt werden. Der
Identifizierung durch Inspekteure seien sie wegen ihrer Mobilität
leicht zu entziehen. "Sicher ist, dass noch Ende der achtziger Jahre
mindestens acht dieser mobilen Labors aus der Bundesrepublik
Deutschland in den Irak geliefert worden sind". Die Bundesregierung
unterstützte nachhaltig die Bemühungen deutscher Unternehmen, mit dem
Irak weiter Geschäfte zu machen. Report München dokumentiert eine
heimliche Reise des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI)
nach Bagdad, die mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und des
Bundeswirtschaftsministeriums im Mai 2000 stattfand und die
Irak-Politik der Bundesregierung in einem ganz anderen Licht
erscheinen lässt. In der Delegation vertreten war auch eine Firma
, die im Zusammenhang mit der irakischen Giftgasproduktion in die
Schlagzeilen kam. In einer "Nachlese" des BDI zu der Reise wird der
deutsche Irak- Botschafter Claude Robert Ellner mit den Worten
zitiert, "Präsident Saddam persönlich" habe den Besuch der BDI-
Delegation "goutiert". "In einer Vielzahl von Gesten der
Sympathiebekundung und dem Rahmen des Besuchs, der normalerweise nur
hochrangigen offiziellen politischen Besuchen vorbehalten" bliebe,
hätte sich dies gezeigt. Es gelte nun, "einen angemessenen Teil des
Auftragskuchens" für die deutsche Wirtschaft zu sichern.
BDI-Geschäftsführer Ludolf von Wartenberg betonte, die deutsche
Wirtschaft sei der Auffassung, es sei an der Zeit, sowohl "in Irak
als auch in den UN" nationale Interessen zu formulieren und
durchzusetzen. Insbesondere gegenüber den USA müsse verdeutlicht
werden, dass mit der bislang verfolgten Politik im Sicherheitsrat der
UNO "deutsche (Wirtschafts-) Interessen stark beeinträchtigt" würden.
In Fortführung dieser Linie empfahl Wartenberg später der
Bundesregierung, sich in der Irak-Politik an Frankreich anzulehnen
und gegenüber den USA noch stärker auf Distanz zu gehen. Diese
Geschäftspolitik deckt sich lückenlos mit der von der Bundesregierung
in der UNO praktizierten Irak-Politik. Um sich nicht zu verraten,
empfahl BDI-Mann von Wartenberg: "Im irakischen Fernsehen lassen wir
uns gerne feiern, in unseren Medien ist uns etwas mehr Zurückhaltung
lieber."
Bei Verwendung bitte Quellenangabe: ARD Magazin "Report München"
Für Rückfragen stehen die Autoren Klaus Wiendl und Rudolf Lambrecht
unter der Redaktionsnummer 089/ 3806-5370 zur Verfügung.
ots-Originaltext: BR Bayerischer Rundfunk
Digitale Pressemappe: 
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=7560

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Telefon:089 / 5900 2176

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