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30.08.2002 – 11:04

BR Bayerischer Rundfunk

Bayern2Radio Programm-Meldung: Montag, 2. September 2002, 10:03 Uhr

    München (ots)


    
    Das Notizbuch
    
    Zu klein, zu leicht, zu früh ? Der leidvolle Kampf um Frühgeburten
    
    Über eine halbe Stunde schon stehen die zwei Ärzte und eine
Krankenschwester vor dem Brutkasten. Aufs Neue bohrt sich die winzige
Nadel in das dünne Ärmchen. Langsam gleitet die Kanüle nach vorne.
Dann bricht der Arzt die Bewegung ab. Wieder nichts. Der Versuch, dem
zwei Monate zu früh geborenen Baby einen venösen Zugang für die
dringend benötigte Infusion zu legen, ist zum x-ten Mal gescheitert.
Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 48.000 Babys zu früh auf die
Welt - jedes 16. Kind ist eine Frühgeburt. Ihr Schicksal:
Intensivstation, Brutkasten, Beatmungsschläuche, Operationen -
leidvolle Monate für Eltern und Kinder. Frühchen sind
Hochrisiko-Patienten, die nicht nur erfahrener Spezialisten zur
Behandlung bedürfen, sondern auch aufwändigster Technik. Für
komplizierte Fälle von Frühgeburten, bei denen lebenswichtige Organe
nicht richtig ausgereift sind, gibt es sogenannte Perinatalzentren.
Dort sind Geburtshilfe, Neugeborenenintensivstation und
Kinderchirurgie in einem Haus untergebracht. Damit entfallen für das
Neugeborene die gefährlichen Transporte, die früher von den
Geburtskliniken in ein neonatologisches Zentrum nötig waren. In
München ist dieses Jahr ein neues Perinatalzentrum in Betrieb
gegangen: die Kinderklinik im Krankenhaus Dritter Orden. Holger
Meerwarth beobachtet im NOTIZBUCH "Zu klein, zu leicht, zu früh ? Der
leidvolle Kampf um Frühgeburten" die Arbeit der Mediziner und
Krankenschwestern. Er sprach mit Eltern neugeborener Frühchen und
Eltern, deren frühgeborene Kinder inzwischen im Schulalter sind.
Seine Reportage ist ein zeitweise durchaus beklemmendes akustisches
Dokument aus der Welt der High-Tech-Medizin; sie macht andererseits
aber auch Mut. Denn 90 Prozent selbst extrem unreifer Frühgeborener
können dank der modernen Neugeborenen-Intensivmedizin überleben.
    
    
ots Originaltext: Bayerischer Rundfunk
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Kontakt:
BAYERISCHER RUNDFUNK
Pressestelle
Dr. Detlef Klusak
Tel. 089 / 5900 2176

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