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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zu Olympia-Bilanz

    Köln (ots) - Am Ende siegt der Sport

    JOACHIM SCHMIDT mit einer Olympia-Bilanz

    Was schlugen die Wellen hoch im Vorfeld dieser Olympischen Spiele von Pe king, und sie schwellen auch jetzt zum Ende wieder an. Vor allem die Menschenrechtsver letzungen und die unterdrückte Pressefreiheit des totalitären Regimes standen monatelang am Pranger und rücken nun wieder in den Fokus. Das ist berechtigt, das ist ange sichts des olympischen Medi eninteresses auch verständlich. Mit Beginn der Spiele aber trat ein, was der deutsche Vize präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Tho mas Bach, prophezeit hatte: Wenn das Olympische Feuer erst einmal brennt, übernimmt der Sport, und die Faszination der Olympischen Spiele ge winnt. So war es, und es war gut, dass es so war. Das Nach karten, dass die Spiele 2001 nicht an Peking hätten verge ben werden dürfen, musste endlich enden. Olympische Spiele sind - und sie müssen es bleiben - sportliche Wett kämpfe. Hier kann nicht nach geholt werden, was die Politik versäumt hat.

    Sportlich wurde in den zurück liegenden 14 Tagen die gesam te Palette dessen geboten, was man erwarten durfte: Über schäumende Emotionen, kleine und große Dramen, packende Duelle, Tränen der Freude und des Leids sowie Rekorde über Rekorde. Die wiederum gingen einher mit dem Thema Doping. Doch die von Fachleuten vor hergesagte Flut von Betrugs enthüllungen blieb aus - was nicht heißen soll, dass es sau berer zuging als früher.

    In jedem Fall perfekt war die Organisation, auch wenn man che Sportler meinten, dass sie schon überperfektioniert und damit steril erschien. Dem standen indes die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Men schen gegenüber, seien es nun die freiwilligen Helfer oder die einheimische Bevölkerung. Da bei musste sich gerade die vie le Schikanen der Regierung ge fallen lassen, um die von ihr ge wünschte Hochglanzfassade präsentieren zu können.

    Die Spiele von Peking nun als die besten zu bezeichnen wäre deshalb eine Fehlein schätzung. Das dürfte auch IOC-Präsident Jacques Rogge so sehen, wenn er am Sonntag seine Bewertung abgibt.

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