ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Ablasshandel zu aut-idem geht weiter
Industrieargumentation nicht nachvollziehbar

    Eschborn (ots) - Als nicht mehr nachvollziehbar bezeichnete Prof.
Rainer Braun, Hauptgeschäftsführer der ABDA - Bundesvereinigung
Deutscher Apothekerverbände, die jüngsten Angebote des
Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) und des
Generikaverbandes, eine Summe von 900 Millionen DM für zwei Jahre zu
zahlen, um die Arzneimittelauswahl durch Apothekerinnen und Apotheker
zu verhindern. Nach der neu geplanten Regelung soll der Arzt wie
bislang Wirkstoff, -menge, Packungsgröße und Darreichungsform
verordnen, der Apotheker hingegen ein preisgünstiges Arzneimittel aus
dem unteren Preisdrittel des Generikaschatzes auswählen.
    
    Das Bundesgesundheitsministerium geht hierbei von jährlichen
Einsparungen in Höhe von rund 450 Millionen DM aus. "Wenn die
Industrie nunmehr die inzwischen von den Kassen bezweifelte
Einsparsumme bar als "Alternative" anbietet, muss man unterstellen,
dass sich dahinter andere Motive verbergen", meinte Braun, der es als
geradezu unverschämt bezeichnete, eine Regelung, die die
unzweifelhaft vorhandene pharmazeutische Sachkompetenz der Apotheker
mehr als bislang nutze, als "organisierte Verantwortungslosigkeit" zu
bezeichnen.
    
    Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass die Industrie durch die
aut-idem-Regelung Arbeitsplätze gefährdet sieht, obwohl sie deren
Einsparpotential nach eigenen Worten als zweifelhaft bezeichnet. Umso
mehr müsse es wundern, dass sie offenkundig dazu in der Lage ist,
immerhin 900 Millionen DM zu zahlen, ohne Arbeitsplätze zu gefährden.
    
    Angesichts der aktuellen Entwicklung in den USA, wo verschiedene
pharmazeutische Unternehmen teilweise drastische Rabatte auf ihre
Preise anböten, müsse man sich langsam fragen, nach welchen Kriterien
eigentlich der deutsche Herstellerabgabepreis zusammengesetzt werde,
der die Grundlage für die Arzneimittelpreise in Deutschland ist.
Braun warnte erneut davor, strukturell angelegte Gesetzesänderungen
gegen Einmalzahlungen wieder zu verwerfen. "Politik darf nicht
käuflich sein!" meinte Braun, der die Bundesregierung dazu aufrief,
bei ihren Plänen für die Einführung der aut-idem Regelung zu bleiben.
"Dies ist eine bessere Nutzung der Apotheker zum Vorteil aller
Beteiligten zumal der Arzt jederzeit die Möglichkeit hat, die Auswahl
unter therapeutischen Gesichtspunkten zu untersagen."
    
    Im übrigen habe die Bundesregierung die Erhöhung des Abschlages,
den die Apotheker den Gesetzlichen Krankenkassen einräumen müssen,
von derzeit 5 auf 6 Prozent mit potentiellen
Wirtschaftlichkeitsvorteilen begründet, die die Apotheken durch die
aut-idem-Regelung hätten. Sollte diese Regelung fallen, wäre damit
automatisch auch die Grundlage für die Erhöhung des Kassenabschlages
nicht mehr gegeben.
    
    
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