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17.02.2004 – 05:00

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Hilfe für das "steinerne Märchen": Experten retten Lübecker Rathausanbau

    Osnabrück (ots)

    Fassade stark umweltgeschädigt - Mittelalterliches     Gebäude zählt zum Weltkulturerbe - DBU fördert         Konservierungskonzept mit 88.000 Euro

    Der Kriegsstubenbau hat schon viel gesehen. Der Erweiterungsbau
des Lübecker Rathauses stammt aus dem 15. Jahrhundert und gehört zum
Unesco-Weltkulturerbe. Doch seit einigen Jahren droht das Gebäude
viel von seinem mittelalterlichen Glanz zu verlieren: Luftschadstoffe
haben die Marktfassade, die mit glasierten Ziegeln gefasst ist, so
stark geschädigt, dass bereits mehrere Ziegel abgebröckelt sind.
Seither nehmen Gerüste und Sicherheitsabsperrungen häufig den Blick
auf eine der Attraktionen der Lübecker Altstadt. Der Fachbereich
Denkmalschutz und Materialkunde des Deutschen Bergbau-Museums in
Bochum tüftelt nun zusammen mit einem Expertenteam an einer Lösung,
die Fassade zu retten. Mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt (DBU) wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie sich die
besonderen Ziegelglasuren restaurieren lassen. "Die Bedeutung des
Rathauses als Weltkulturerbe verpflichtet dazu, alles zu tun, es für
kommende Generationen zu bewahren", sagt DBU-Generalsekretär Dr.
Fritz Brickwedde. Die DBU fördert das Projekt mit 88.000 Euro. Um die
Fassade zu sichern, will das Team um Dr. Stefan Brüggerhoff vom
Deutschen Bergbau-Museum in Bochum vor allem nach Glasurersatzstoffen
fahnden. Damit sollen die mittelalterlichen Ziegel geschützt und
zugleich das historische Erscheinungsbild wiederhergestellt werden.
Unterstützt werden die Forscher aus Bochum dabei von der Abteilung
Analytische Baustoffmikroskopie der Amtlichen Materialprüfungsanstalt
(MPA) in Bremen, vom Fraunhofer Institut für Silicatforschung
(Würzburg) sowie vom Restaurator Jochen Seebach. Dieser soll prüfen,
ob die Forschungsergebnisse in die Praxis umgesetzt werden können.
    
    "Die Luftschadstoffe hatten beim Rathaus leichtes Spiel", erklärt
Dr. Stefan Brüggerhoff vom Deutschen Bergbau-Museum. Im Zweiten
Weltkrieg war das so genannte "steinerne Märchen" von einer Bombe
getroffen worden und ausgebrannt. "Durch den Brand war die
Ziegelglasur ohnehin schon geschädigt", so Brüggerhoff. "Die
ständigen Autoabgase und die Lage Lübecks an der ehemaligen DDR-
Grenze taten ihr Übriges." Kam der Wind aus Osten, habe man in der
Stadt deutlich mehr Schadstoffe verzeichnen können.
    
    Für die Forschung hat das Zusammentreffen von Brand- und
Umweltschäden jedoch auch sein Gutes: Am Lübecker Rathaus lässt sich
so ein besonderer Schadenstyp untersuchen. "Die gewonnenen Ergebnisse
werden sich auch an anderen, vergleichbar geschädigten Objekten
anwenden lassen", sagt Brickwedde. Doch nicht nur deshalb hilft das
Projekt mehr als nur einem einzelnen umweltgeschädigten Kulturgut.
"Weil die Ziegelglasur für Norddeutschland typisch ist, werden die
Resultate der Wissenschaftler auf breites Interesse stoßen."
    
    Die DBU hat sich bereits früher für den Erhalt des Lübecker
Rathauses stark gemacht. Für die Restaurierung der Natursteinfassade
des Rathauses, der so genannten Renaissance-Laube, stellte die
Stiftung in den vergangenen vier Jahren insgesamt rund 260.000 Euro
zur Verfügung. Die Arbeiten, die soeben abgeschlossen wurden, sind
ebenfalls vom Deutschen Bergbau-Museum koordiniert worden.
    
      Bildmaterial zum Download und zur kostenfreien Veröffentlichung
unter www.dbu.de.
    
    Ansprechpartner zum Projekt: Dr. Stefan Brüggerhoff, Deutsches
Bergbau-Museum Bochum, Tel.: 0234/ 968 4030, Mail:
Stefan.brueggerhoff@bergbaumuseum.de, www.bergbaumuseum.de
    
      
ots Originaltext: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

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Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Franz-Georg Elpers (Pressesprecher)
An der Bornau 2
49090 Osnabrück

Telefon: 0541/9633-521
Fax: 0541/9633-198

E-Mail: presse@dbu.de
Internet: www.dbu.de

Original-Content von: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), übermittelt durch news aktuell

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