Alle Storys
Folgen
Keine Meldung von Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mehr verpassen.

26.10.2003 – 14:22

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

"Werden noch viele solcher mutigen Pioniere brauchen, um Herausforderungen des Jahrtausends zu meistern"

    Osnabrück (ots)

    Deutsche Bundesstiftung Umwelt verlieh zum elftenmal Deutschen Umweltpreis - Bundespräsident Rau übergab heute Auszeichnungen

    Der mit 500.000 Euro höchstdotierte Umweltpreis Europas ist zum
elftenmal vergeben. Bundespräsident Johannes Rau überreichte heute in
Osnabrück dem Leiter der Abteilung Biomechanik am Forschungszentrum
Karlsruhe, Prof. Dr. Claus Mattheck (55), und dem Gründer und
Geschäftsführer der HJS Fahrzeugtechnik, Hermann Josef Schulte (56,
Menden), den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt (DBU). Dabei betonte er, dass der Umweltschutz ein Dauerthema
und auf der Agenda der Politik bleiben müsse: "Zulange hat man
geglaubt, dass es einen Gegensatz zwischen Ökologie und Ökonomie
gibt. Dabei schafft Umweltschutz Arbeitsplätze und vernichtet sie
nicht." Mit dem Preis würdigt die DBU die Pionierleistungen, die
Mattheck national wie international als Dolmetscher der Sprache der
Natur in technische Produkte sowie für den Baumschutz erbracht hat.
Schulte wird für Forschung und Entwicklung umweltfreundlicher
Abgastechnologien im Fahrzeugbau ausgezeichnet, speziell für die
Entwicklung eines Partikelfilters für Dieselmotoren.
    
    In seiner Laudatio unterstrich Dr. Christoph Zschocke,
Vize-Präsident der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer
(ASU) und Mitglied der Jury des Deutschen Umweltpreises, mit Hermann
Josef Schulte werde ein "engagierter, ebenso rastloser wie
zukunftsorientierter unternehmerischer Kopf", ausgezeichnet, "der
seit mehr als zwei Jahrzehnten als gelebtes Beispiel für die
fruchtbare, nicht immer machbar geglaubte Synthese aus Ökonomie und
Ökologie steht". Mehr noch: Schulte zeige, "dass der Umweltschutz
eine originäre unternehmerische Aufgabe ist". Innovativ und mutig
habe er sich nahezu lehrbuchartig einen Unternehmenserfolg in
ökonomischer und ökologischer Hinsicht erarbeitet. Er verkörpere in
herausragender Weise den dynamischen Unternehmer, der als Pionier
dafür sorge, dass bis dahin marktgängige Produkte durch innovativere
im Wettbewerb verdrängt werden. Zschocke: "Das funktioniert hier
ähnlich wie in der Evolution: Neue Strukturen entstehen, alte werden
zerstört - im positiven Sinn."
    
    1976 sei Schulte von einem angestellten Unternehmenslenker zu
einem "echten Risikounternehmer" avanciert. Bereits wenige Jahre nach
der Gründung sei HJS schon damals als Pionier erster Anbieter von
Nachrüstkonzepten für Drei-Wege-Katalysatoren gewesen und entwickele
heute national wie international Filtersysteme für die
Automobilbranche. Der Partikelfilter für Dieselmotoren sei eine
Pionierleistung, "die nicht allein darin besteht, durch
Materialinnovationen Ressourcen zu schonen, sondern die Gesundheit
der Menschen zu schützen und umweltschonenden Systemen - wie hier dem
kohlendioxidarmen Dieselmotor - weiter zum Durchbruch zu verhelfen."
    
    Prof. Dr. Mattheck werde, so Zschocke, für sein jahrzehntelanges
Engagement als Wissenschaftler gewürdigt, der sich wie wenige in
dieser Zunft der Interdisziplinarität verschrieben habe. Er habe "in
vielen fremden Wissenschaften gewildert und deren Wesen und Probleme
miteinander verbunden, ja miteinander verschmolzen". Dabei sei er vor
allem als Mediator und Dolmetscher zwischen den Systemen in
Erscheinung getreten. Grund für die Auszeichnung seien die
herausragenden Arbeiten, in denen er Physik mit Biologie verbunden
habe.
    
    Seit über 15 Jahren sei er unermüdlicher Vorkämpfer in der
Wissenschaftsdisziplin Bionik, die Biologie und Technik verbindet.
Zschocke lobte Matthecks besondere Fähigkeit, die Überführung
biologischer Prozesse in technische Produkte in
allgemeinverständlicher Form zu erklären und weltweit zu verbreiten:
"Sie haben auf faszinierende Art und Weise verstanden, die
Entwicklungen in natürlichen Systemen, die unter dem enormen Druck
der Evolution über Jahrmillionen entstanden sind, in technische
Anwendungen zu übertragen."
    
    Zschocke betonte mit Blick auf beide Preisträger, dass "wir
Visionen brauchen" und vor allem Pioniere mit Unternehmergeist, die
sich trauten, ihre innovative Ideen in praktische Lösungen
umzusetzen, "auch wenn anfänglich viele den Kopf schütteln und sagen,
diese Spinner, die träumen". Die diesjährigen Preisträger seien
Pioniere, die durch Rastlosigkeit und Engagement bei der Umsetzung
praktischer Lösungen beeindruckten. Beide seien der Idee der
Nachhaltigkeit, die ökologische, ökonomische und soziale Ansprüche
vereinigt, eng verbunden. Dabei könnten ihre Leistungen heute
möglicherweise noch gar nicht umfassend gewürdigt werden. Zschocke:
"Durch Sie beide ist unglaublich viel geschehen. Sie leisteten und
leisten einen großen Beitrag für die Entwicklung unserer
Gesellschaft, um für uns und uns nachfolgende Generationen durch
nachhaltige Entwicklungen und Innovationen die Zukunft zu sichern.
Wir werden noch viele solcher mutigen Pioniere brauchen, um die
vielen Herausforderungen des Jahrtausends zu meistern."
    
    
ots Originaltext: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Pressekontakt:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Pressesprecher: Franz-Georg Elpers
An der Bornau 2
D-49090 Osnabrück
Telefon: 0541/9633-521
Fax: 0541/9633-198
Mail: fg.elpers@dbu.de
Internet: www.dbu.de

Original-Content von: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Weitere Storys: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)