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VISION 2050 soll Weg zu klimaschonender Raffinerie ebnen

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Die europäische Mineralölwirtschaft strebt eine immer treibhausgasärmere Produktion und Nutzung flüssiger Energien an.

8. Raffinerieforum in Brüssel:

VISION 2050 soll Weg zu klimaschonender Raffinerie ebnen

Berlin/Brüssel, 27. April 2018 - Die europäische Mineralölwirtschaft strebt bis 2050 den Weg in eine immer kohlenstoffärmere Produktion und Nutzung flüssiger Kraft-, Brenn- und Rohstoffe in Raffinerien an. Das sagte John Cooper, Generaldirektor von FuelsEurope, Branchenverband der Raffinerieindustrie in EU, bei der Vorstellung der VISION 2050 der Branche auf dem 8. Raffinerieforum. Ziel ist es, die Versorgung von Verbrauchern und Wirtschaft mit flüssiger Energie gerade in den Bereichen aufrechtzuerhalten, in denen es kaum oder gar keine Alternativen gebe, etwa bei Schiffen, Flugzeugen und Langstrecken-Lkw. Dies solle in Einklang mit den Klimazielen der EU gebracht werden. Am 8. EU-Raffinerieforum nahmen rund 130 hochrangige Vertreter der Mitgliedstaaten, der EU-Kommission, der europäischen Industrie und weiterer Interessengruppen teil.

"Flüssige Kraftstoffe werden aufgrund ihrer hohen Energiedichte langfristig insbesondere in der Schiff- und Luftfahrt sowie im Schwerlastbereich benötigt", sagte Cooper in Brüssel. Diese sollen zunehmend weniger Kohlenstoff emittieren und aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden. "Die kohlenstoffarmen flüssigen Kraftstoffe dagegen können die Emissionen aller schon im Bestand befindlichen Fahrzeuge sofort verringern." Die VISION 2050 stellt laut Cooper eine Evolution der Raffinerieindustrie dar, bei der vom Erdöl-Einsatz übergegangen wird zum Einsatz neuer Rohstoffe wie erneuerbare Energien, Sekundärbrennstoffen oder der Nutzung von CO2. Allen muss klar sein: Dieser Übergang wird Zeit für Forschung, Innovation und Markthochlauf ebenso wie erhebliche Investitionen und einen geeigneten politischen Rahmen benötigen."

Dominique Ristori, Leiter Generaldirektion Energie der EU-Kommission (DG Energy), erinnerte an die strategische Bedeutung der Raffinerieindustrie für die europäische Energiewende und hob den Beitrag der Branche zum BIP der EU, für Arbeitsplätze und zur Wettbewerbsfähigkeit Europas hervor. Die Branche müsse auch künftig wettbewerbsfähig und innovativ bleiben.

Während des Raffinerie-Forums stellten verschiedene Unternehmen, darunter Repsol aus Spanien und OMV aus Österreich, eine Reihe von kohlenstoffarmen Pilotprojekten vor. Dazu zählen der Einsatz von nachhaltigen Biokraftstoffen und Biomasse sowie die Nutzung von Kunststoffabfall im Raffinerieprozess oder der Aufbau von Wasserstofftankstellen. Vertreter der Mitgliedstaaten, darunter Belgien, Österreich, Polen und Italien, mahnten Technologieneutralität in der Politik der EU an.

EU-Energiekommissar Arias Cañete sagte zum Abschluss, dass über die Erfüllung der Klimaziele 2050 nicht zu diskutieren sei, sondern lediglich über die Mittel zur Zielerreichung. Er begrüßte deshalb ausdrücklich die VISION 2050 der Raffinerieindustrie und erklärte, er sei zuversichtlich, dass die Branche zur Erreichung der Ziele einen wichtigen Beitrag leisten könne. FuelsEurope-Präsident Bela Kelemen dankte der Generaldirektion Energie für die Organisation des Dialogforums und rief zur Unterstützung durch die EU bei der Umsetzung der VISION 2050 der Industrie auf.

Alexander von Gersdorff
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