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05.10.2004 – 11:23

Bundesagentur für Arbeit (BA)

Bilanz zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2003
2004

    Nürnberg (ots)


    
    - Erneut weniger Ausbildungsstellen gemeldet
    - Mehr unversorgte Bewerber und weniger unbesetzte
        Ausbildungsplätze
    - Aber: mehr Bewerber münden in Ausbildung ein
    
    
    Die Lage am Ausbildungsstellenmarkt blieb auch am Ende des
Berufsberatungsjahres angespannter als vor einem Jahr. Es gab
deutlich mehr nicht vermittelte Bewerber und weniger unbesetzte
Ausbildungsstellen. Entsprechend war die rechnerische
Lehrstellenlücke größer als im September 2003. Ausschlaggebend war,
dass für eine wachsende Bewerberzahl das Lehrstellenangebot nicht im
gleichen Maße zugenommen hat.
    
    Bei den Industrie- und  Handels- sowie den  Handwerkskammern
wurden 445.200 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge eingetragen.
Das ist ein Zuwachs von 13.200. Im Bereich dieser Kammern wurden 2003
immerhin 85 Prozent aller Ausbildungsverträge abgeschlossen.
    
    Von Oktober 2003 bis September 2004 sind bundesweit 519.800
Ausbildungsstellen gemeldet worden, 26.900 weniger als im gleichen
Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang fällt bei betrieblichen Stellen
höher aus als bei außerbetrieblichen (-21.600 auf 463.600 bzw. -5.300
auf 56.200). Zugleich haben 740.200 Bewerber die Arbeitsagenturen bei
der Vermittlung eines Ausbildungsplatzes eingeschaltet, 20.600 mehr
als im Vorjahr. Die Zunahme beruht auf einer höheren Zahl von
Schulabgängern im Westen und auf bundesweit  mehr Bewerbern früherer
Schulabgangsjahre.
    
    Ende September waren 13.400 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt,
1.400 weniger als vor Jahresfrist. 44.600 Bewerber zählten als noch
nicht vermittelt, das waren 9.600 mehr. Somit gab es 31.200 mehr
unversorgte Bewerber als unbesetzte Ausbildungsplätze. Vor einem Jahr
lag diese Differenz noch bei 20.100.
    
    Insgesamt konnten aber immerhin 695.600 oder 94 Prozent der
Bewerber versorgt werden. Mit 365.100 Bewerbern, die einen
Ausbildungsplatz erhielten, lag diese Zahl um 26.600 über der des
vorigen Berufsberatungsjahres. Aufgrund dieser Entwicklung mündeten
weniger Jugendliche in Alternativen ein; vor allem besuchen sie
weitergehende Schulen (-3.700 auf 136.100), berufsvorbereitende
Maßnahmen (+2.800 auf 34.600) oder haben eine Arbeit aufgenommen bzw.
suchen eine (+4.200 auf 77.300). Der größte Teil dieser Jugendlichen
ist aber weiterhin an einer Ausbildungsstelle interessiert.
    
    Im Rahmen der Nachvermittlungsaktion bis Ende Dezember 2004 werden
die Arbeitsagenturen mit Unterstützung durch die regionalen Kammern
alles daran setzen, die noch unversorgten Jugendlichen in Ausbildung
zu vermitteln. Ziel bleibt es, jedem unversorgten Bewerber ein
konkretes Angebot zu unterbreiten. Ein Faltblatt der BA informiert
Jugendliche und Eltern noch einmal gezielt über die Angebote des
Ausbildungspaktes.
    
    Gemeinsame Presseinformation von:
    Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
    Bundesagentur für Arbeit
    Bundesministerium für Bildung und Forschung
    BDI
    BDA
    DIHK
    ZDH
    
    
    Gemeinsame Einschätzung der Ausbildungssituation zum 30. September
    2004
    
    Im Rahmen des Monitoring-Prozesses hat sich der
Paktlenkungsausschuss am 21. September darauf verständigt, die
Ausbildungssituation nach dem 30. September gemeinsam zu bewerten.
Die Paktpartner geben vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen aus
Agenturen und Kammern folgende gemeinsame Einschätzung:
    
    
    Die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsmarkt zeigt, dass es jetzt
entscheidend auf die Nachvermittlungsphase ankommt, damit wir unser
gemeinsames Ziel erreichen: Jedem ausbildungswilligen und
ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Angebot auf Ausbildung bis zum
Jahresende zu unterbreiten.
    
    Die Lehrstellenlücke ist gegenwärtig größer als im Vorjahr. 44.500
unvermittelten Bewerbern stehen 13.400 noch unbesetzte betriebliche
Ausbildungsstellen gegen-über. Ausschlaggebend ist, dass das Angebot
an Ausbildungsstellen nicht im glei-chen Umfang zugenommen hat wie
die um rd. 20.000 gestiegene Zahl der Bewerber. Rechnerisch fehlen
nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit zurzeit noch rund
31.200 Plätze.
    
    Allerdings zeigt der bei den Kammern registrierte Zuwachs an neuen
Ausbildungs-verträgen, dass die intensiven Anstrengungen des
Ausbildungspaktes erste Früchte tragen. In Industrie und Handel sowie
im Handwerk wurden bis Ende September ins-gesamt 13.200 mehr
Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Die
Steige-rungsrate von 3,1 Prozent bedeutet den höchsten Zuwachs an
betrieblichen Ausbildungsplätzen seit sechs Jahren. Der
Ausbildungspakt hat damit neue Ausbildungsplätze mobilisiert und
zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen.
Trotz der noch zurückhaltenden Binnenkonjunktur und dem daraus
folgenden Beschäftigungsabbau hat der Zuwachs an neuen
Ausbildungsstellen den konjunktu-rell bedingten Abbau bereits mehr
als kompensiert.
    
    Jetzt muss sich die neue Qualität der Nachvermittlung bewähren,
die im Pakt verbindlich vereinbart wurde. Der 30. September ist nicht
der Schlusspunkt für die Vermittlungsaktivitäten. Grundlegende
Entwicklungen sind angestoßen worden, die über die volle Laufzeit
ihre Wirkung entfalten werden. Ende September steht der auf drei
Jahre angelegte Ausbildungspakt erst am Beginn seiner Umsetzung.
Vielmehr werden jetzt zahlreiche im Pakt neu vorgesehene Maßnahmen im
Rahmen einer intensivierten Nachvermittlung umgesetzt. Oberstes Ziel
bleibt es, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen
Jugendlichen ein Angebot auf Ausbildung oder Qualifizierung zu
machen. Erstmals steht hierfür auch das neue Instrument der
Einstiegsqualifizierung zur Verfügung.
    
    Die Vorzeichen für die Nachvermittlung der 44.500 noch
unvermittelten Bewerber stehen gut. Derzeit sind noch 13.400
unbesetzte Ausbildungsplätze für das laufende Ausbildungsjahr bei den
Agenturen gemeldet. Hinzu kommen rund 14.000 noch einsetzbare,
öffentlich geförderte außerbetriebliche oder über
Bund-Länder-Programme getragene Ausbildungsplatzangebote, davon rund
die Hälfte durch die Bundesagentur für Arbeit geförderte
außerbetriebliche Ausbildungsplätze für benachteiligte Jugendliche
nach § 241 SGB III. Daneben stehen bis zu 25.000 Plätze für eine
Einstiegsqualifizierung, die insbesondere von den Industrie- und
Handelskammern sowie den Handwerkskammern eigens akquiriert werden.
    
    Die Aktivitäten von Kammern, Arbeitsagenturen, Verbänden und den
übrigen Paktpartnern zur Einwerbung und Mobilisierung weiterer Plätze
für Ausbildung und Einstiegsqualifizierung werden fortgesetzt und zu
weiteren Angebote führen. Allen Jugendlichen, die das Angebot zur
gemeinsamen Nachvermittlung durch Kammern und Arbeitsagenturen und zu
einem Kompetenzcheck wahrnehmen, wird ein entspre-chendes Angebot
gemacht. Gemeinsam und mit voller Kraft werden die Paktpartner und
die Agenturen für Arbeit in den kommenden Wochen hieran arbeiten.
    
    Deshalb appellieren wir an alle Jugendlichen, die noch einen
Ausbildungsplatz suchen, dieses Angebot anzunehmen und den
Einladungen der Agenturen für Arbeit und der Kammern zu folgen.
Bisher haben insgesamt 8.500 Jugendliche an Kompetenzchecks
teilgenommen, die im Rahmen des bundesweiten Ausbildungspaktes oder
auf der Basis spezifischer Ausbildungspakte oder Ausbildungskonsense
in den Ländern angeboten werden.
    
    Die Herausforderungen sind in diesem Jahr insbesondere wegen der
höheren Zahl von Schulabgängern im Westen und der hohen Zahl an
Altbewerbern besonders groß. Alle am Ausbildungsmarkt Beteiligten
sind daher aufgerufen, ihre Anstrengungen nochmals zu erhöhen.
    
    Eine Gesamtübersicht der bisher erschienenen Presseinformationen
    der Bundesagentur für Arbeit finden Sie im Internet unter
http://www.arbeitsagentur.de/vam/?content=/content/supertemplates/Con
tent.jsp&navId=219
    
ots Originaltext: Bundesagentur für Arbeit
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