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"ttt - titel thesen temperamente" (NDR) am Sonntag, 23. September 2018, um 23:40 Uhr

München (ots) - Die geplanten Themen:

Protest und Staatsmacht - Der Fotograf Andreas Magdanz und der "Hambacher Forst" Ein Energiegigant, der den letzten Ur-Mischwald Europas abholzen will, um klimaschädliche Braunkohle abzubauen. Waldbesetzer, die seit Jahren in diesem Wald leben, um dieses Abholzen zu verhindern. Eine Landesregierung, die dagegen Härte zeigen will. In einem Staat, der seine Klimaziele nicht einhält. Der außergewöhnliche Fotograf Andreas Magdanz lebt in der Nähe des Hambacher Forstes und verfolgt seit Jahren die Proteste. Mit Fotoprojekten, auch mit Studenten, dokumentiert er den Wald und den Widerstand. Er spricht sich klar aus gegen die Zerstörung aus wirtschaftlichen Interessen, für ihn ist der Wald ein Symbol. "ttt" geht mit Andreas Magdanz noch einmal zu dem umkämpften Waldstück.

Zweifelhafte Visumsvergabe - Wie sich Europa auch beim internationalen Kulturaustausch abschottet Kulturaustausch - an sich eine gute Sache. Findet auch die Bundesregierung und hat sogar im Koalitionsvertrag festgehalten, dass die auswärtige Kulturpolitik gestärkt werden soll. Die zuständige Staatsministerin im Auswärtigen Amt für Internationale Kulturpolitik setzt "angesichts einer Welt in Unruhe" auf kulturelle Zusammenarbeit gegen Abschottung und Nationalismus. Doch die Realität sieht oft anders aus - und das nicht nur in Deutschland: Immer wieder wird KünstlerInnen aus Entwicklungs- und Schwellenländern das Visum für die Einreise in den Schengen-Raum und nach Deutschland verweigert. Und das, obwohl Einladungen und entsprechende Kostenübernahmen und Garantien seitens der einladenden Kulturinstitutionen vorliegen. Immer mehr internationale Festivals und Institutionen sind davon betroffen, in der internationalen Kunstszene herrscht Verunsicherung. "ttt" über eine wenig bekannte Praxis Europas mit weitreichenden Folgen.

Zu wenig Geld, zu wenig Lehrer, zu wenige Ideen - Ist Inklusion an Schulen gescheitert? In Bremen hatte die Direktorin eines Gymnasiums dagegen geklagt, behinderte Kinder aufzunehmen. Doch ihre Klage wurde abgewiesen. Deutschland hat die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben und sich damit verpflichtet, das Menschenrecht auf gleichberechtigte Teilhabe umzusetzen, für ein gemeinsames Leben aller Menschen - mit und ohne Handicap. Zum neuen Schuljahr gehen jetzt also auch behinderte Kinder auf dieses Bremer Gymnasium, eins davon mit geistiger Behinderung. Die Eltern des Jungen sind nicht begeistert: Es fehle an gutem Willen, an Räumen, an Konzepten, am notwendigen Geld und an zusätzlichem Lehrpersonal. So, wie Inklusion vielerorts umgesetzt wird, sind oft Kinder und Lehrer die Leidtragenden. "ttt" hat auch einen Jungen mit Asperger-Syndrom besucht, der seit zwei Jahren alleine zu Hause am Computer lernt, per Skype mit zugeschaltetem Lehrer, weil er mit der Schule und die Schule mit ihm überfordert war. Doch es gibt auch Positivbeispiele: In der mit dem Deutschen Schulpreis 2018 ausgezeichneten Martinschule in Greifswald klappt Inklusion, dabei steht hier nicht mal mehr Geld zur Verfügung als anderswo.

Zwei Männer und ein eigentlich unbezwingbarer Berg - Der Dokumentarfilm "Durch die Wand" Eine Felswand im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. 1000 Meter hoch. Senkrecht. Die "Dawn Wall". Eigentlich unbezwingbar. Bis er kommt: Kletterikone Tommy Caldwell. Der Dokumentarfilm "Durch die Wand" erzählt spannend wie ein Hollywood-Film, wie Tommy zusammen mit seinem Kletterpartner Kevin versucht, diesen Berg zu bezwingen - als eine weitere Hürde in seinem Leben. Denn mit 22 Jahren wird Tommy auf einer Expedition in Kirgisistan entführt. Kurz darauf verliert er bei einem Unfall mit einer Säge seinen Zeigefinger. Eigentlich das Aus für jeden Kletterer. Doch nicht für Tommy. Er trainiert unermüdlich und will nach dem Scheitern seiner Ehe nur eins: Die Dawn Wall bezwingen. Drei Wochen lang leben Tommy und Kevin in einem Lager an der Wand - schlafen, essen und klettern über einem Hunderte Meter tiefen Abgrund. In atemberaubenden Bildern erzählt "Durch die Wand" von einem Kletterabenteuer sondergleichen. "ttt" trifft die beiden Kletterer in New York. Mit beiden Beinen auf der Erde.

Pop und Provokation - Die französiche Star-Autorin Virginie Despentes Virginie Despentes schreibt über die Verlogenheit hinter den Fassaden der Reichen - außen bürgerlich, innen von Hass zerfressen: gegen Frauen, Fremde, den Islam. Sie ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Mit siebzehn wird Virginie Despentes beim Trampen von drei Männern vergewaltigt. Ihre Scham, die Ohnmacht kann sie nicht vergessen. In ihrer feministischen Streitschrift "King Kong Theorie" formuliert sie daraus eine Anklage an die patriarchale Gesellschaft. Die Autorin will kein Opfer sein. Was sie die "Rekonstruktion" nach ihrer "Dekonstruktion" nennt: Sie jobbt als Prostituierte. Sie sagt, damit habe sie sich die Selbstbestimmung über ihren Körper zurückgeholt. Doch die Wut bleibt. Sie schreibt ihren ersten Roman "Baise-moi": "Fick mich". Pornografisch und gewalttätig. Ein Skandal-Buch - über Nacht wird die 25jährige damit zum Star. Sie schreibt so, dass es weh tut und beim Lesen trotzdem Spaß macht: bissig, boshaft und brillant. Gerade ist Teil 3 ihrer "Vernon Subutex"-Trilogie erschienen: das Werk zur Stunde. Ein großer Roman über den Abstieg des ehemaligen Plattenhändlers Vernon Subutex und die dunklen Seiten der französischen Gesellschaft.

Der besondere Kosmos des Klaviertrios - "ttt" spezial vom ARD Musikwettbewerb Aller guten Dinge sind drei, die magische Zahl drei, der Dreiklang - und auch das Klaviertrio ist eine einzigartige Besetzung. Violine, Violoncello und Klavier: Drei denkbar unterschiedliche Instrumente treffen hier aufeinander. 17 Klaviertrios treten nach monatelanger Vorbereitung in München an, um sich auf den Prüfstand zu stellen. Spielen können sie alle, klar, aber wie meistern sie die Stücke aus vier Jahrhunderten? Finden sie einen eigenen Zugang zur Musik, können sie Geschichten erzählen und das mitfiebernde Publikum erreichen? "ttt" bleibt in diesem Jahr den Trios auf den Fersen und beobachtet das Auf und Ab in den vier Runden - bis hin zum Finale. Moderation: Max Moor

Redaktion: Edith Beßling, Christine Gerberding, Thorsten Mack, Theresa März, Melanie Thun (NDR)

Im Internet unter www.DasErste.de/ttt

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