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RNZ: Abpfiff - Kommentar zum Blatter-Rücktritt

Heidelberg (ots) - Der Sonnenkönig des Weltfußballs geht völlig überraschend - aber genau so, wie man es von ihm erwarten durfte: Keine Fragen erlaubt. Kein Wort zu möglichen eigenen Verfehlungen. Nur: Blatter, der gescheiterte Kämpfer für eine saubere Fifa, enttäuscht, weil er nicht mehr die ganze Welt hinter sich weiß. Was für ein Rührstück. Die Farce der Wiederwahl und die anschließende Kampfansage haben Blatter letztlich nicht mehr geholfen. Während das Fifa-Netz aus Gefälligkeiten und erkauften Loyalitäten ihn weiter getragen hätte, kamen die externen Einschläge zuletzt immer näher: Erst die scharfe Kritik der großen Sponsoren. Dann die Verstrickung des Blatter-Intimus Jérôme Valcke in den Bestechungsskandal, der schon die halbe Führungsriege in den Abgrund gerissen hatte. Eine Spaltung des Weltverbands und der sportliche Gau eines WM-Boykotts sind vorerst vom Tisch. Für Fans, Spieler und Vereine ist das die gute Nachricht. Den Blatter-Kritikern vor allem aus Europa bietet sich unverhofft eine Chance, die aber auch eine Herausforderung ist. Wenn sich beim Neuaufbau die alten korrupten Strukturen durchsetzen, wird sich langfristig wenig ändern. Das erfordert mehr Mut, als ihn etwa die Uefa vor dem Wahlkongress gezeigt hat.

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