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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Kirchen/Wirtschaft

    Heidelberg (ots) - Weihnachten ist natürlich nicht das Fest des faulen Friedens und der heruntergeschluckten Zumutungen. Wer sonst, wenn nicht die Kirchen, müssen den Mund aufmachen, wenn die Gerechtigkeit so offen mit Füßen getreten wird, wie während der Renditejagd, die zur Finanzkrise geführt hat. Der EKD-Vorsitzende Wolfgang Huber hat mit Josef Ackermann zwar den Buhmann der Branche exemplarisch als Sündenbock vorgeführt. Da gibt und gab es andere, viel schlimmere, nicht zuletzt in Amerika, das sich als Gottes eigenes Land begreift. Aber wer, wie Ackermann, ein Renditeziel von 25 Prozent propagierte, war natürlich auf dem Heuschrecken-Trip. Denn mit normalen kaufmännischen Mitteln ist das nicht hinzukriegen. Insofern ist auch die Empörung der Bank nicht ganz angemessen. Es fehlt den Verantwortlichen der Finanzwirtschaft, die uns eine Rezession bescheren, immer noch an jenem Unrechtsbewusstsein, ohne das eine wirkliche Umkehr, eine Rückkehr zur viel zitierten ehrbaren Kaufmannschaft schwer denkbar erscheint. Und ohne dieses Signal der Einsicht kann es auch kein neues Vertrauen geben.

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