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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Babyklappen

    Bielefeld (ots) - »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.« So steht es in Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Ist es mit der Würde eines Menschenkindes zu vereinbaren, wenn es anonym ins Leben gestoßen und seiner Herkunft beraubt wird? Eindeutig nein. Doch wahr ist auch: Bis zu 500 Kinder - genaue Zahlen gibt es nicht, was für sich genommen schon ein Skandal ist - sind so in den zehn Jahren seit Einrichtung der ersten Babyklappen gerettet worden. Sie leben. Auch das ist ein Menschenrecht, das elementarste überhaupt. Hier offenbar sich das Dilemma, in dem sich der Ethikrat mit seinem Nein und die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann mit ihrem Festhalten an den Babyklappen andererseits befinden: Würde und Leben abzuwägen. Lösen lässt sich dieses Dilemma nur, wenn weniger Frauen in eine Notlage getrieben werden, in der sie keinen anderen Ausweg sehen, als ihr Kind zu verstoßen. Niemand hat bislang bewiesen, dass weniger Kinder ausgesetzt würden, wenn es keine Babyklappen gäbe. Deshalb muss es sie weiter geben. Allen ethischen Bedenken zum Trotz.

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