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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur VW-Aktie

    Bielefeld (ots) - Glückwunsch den Kleinanlegern, die ihre Volkswagen-Aktien gerade in Bares umgewandelt haben. Da floss mal richtig Geld in die Kasse. Und das Schönste: Man konnte den großen Hedgefonds und Investmentgesellschaften, auch »Heuschrecken« genannt, noch eine lange Nase drehen. Das Mitleid mit denen, die mit viel Geld auf fallende Kurse bei den Autoherstellern spekuliert und sich gründlich verschätzt haben, hält sich sicherlich in Grenzen. Zu den Leidtragenden des nach den Kapriolen der VW-Aktie in »Gaga-Dax« umgetauften wichtigsten deutschen Aktienindex' gehören allerdings auch ganz normale Aktienfonds, die den Dax widerspiegeln. Steigt eine Aktie überproportional, wird zugekauft. Das geschieht automatisiert und unabhängig davon, aus welchem Grund und bis zu welcher Höhe der Kurs davon geeilt ist. Gestern zogen die Deutsche Börse und der Hauptaktionär endlich die Bremse. Porsche gerierte sich dabei fast schon als Samariter des deutschen Finanzmarktes. Um die Aktie zu stabilisieren, stellte Vorstandschef Wendelin Wiedeking sogar sein Ziel zurück, schnell 75 Prozent der VW-Anteile ins Porsche-Depot zu übernehmen. Dieser Dienst spülte nebenbei ein paar Milliarden in die Kasse der Sportwagenschmiede. VW aber hat aufgehört, eine Volksaktie zu sein. Bald wird sich die Frage stellen, was ein Konzern, der zu fast 95 Prozent in festen Händen ist, überhaupt noch im Dax zu suchen hat.

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