Deutscher Bauernverband (DBV)

Sommerwetter begünstigt die Getreideernte
Zweiter Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes

    Bonn (ots) - Die Getreideernte 2001 geht zügig voran. Gedroschen
wurden bereits alle Getreidearten sowie Raps, allerdings steht die
Ernte der Hauptkultur Weizen erst am Anfang. Dies geht aus dem
zweiten Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor. Mit
den Qualitäten sind die Landwirte überwiegend zufrieden. Die
Ernteware kommt bisher trocken herein, wodurch der Angebotsdruck
zugunsten der Lagerung auf den Höfen vermindert wird. Die Erträge
sind gut. Die Preise für Futtergerste liegen um etwa 0,50 D-Mark/dt
bis 1,00 D-Mark/dt unter dem Vorjahresniveau, was auf die Vorgaben
der Agenda 2000 zurückgeführt werden kann. Für Weizen werden Preise
etwa auf dem Vorjahresniveau oder leicht darunter erwartet.
Verantwortlich hierfür ist der stabilere Weltmarkt, hervorgerufen
durch niedrigere weltweite Ernten, höhere Notierungen an den
internationalen Warenterminbörsen und den bisher anhaltend starken
Dollar.
    
    Wintergerste beendet mit guten Ergebnissen
    
    Bis auf wenige Restflächen in ostdeutschen Gebirgslagen haben die
Landwirte die Wintergerstenernte bereits vollständig abschließen
können. Die Qualitäten liegen in der Regel über dem angestrebten
Eigengewicht von 62 Kilogramm je Hektoliter und erreichen sogar Werte
von 68 Kilogramm. Lediglich aus ost- und norddeutschen Regionen
werden auch niedrigere Ergebnisse gemeldet. Durchweg konnte die Ware
trocken mit einem Feuchtegehalt von 14 - 15 Prozent eingebracht
werden; nord- und ostdeutsche Regionen melden sogar 13 Prozent
Feuchtegehalt. Die lagertrockene Ware bleibt vermehrt auf den Höfen
und entlastet damit den Annahmestoß bei der Vermarktung. Der Ertrag
wird aufgrund der Schätzangaben der Landesbauernverbände im
Durchschnitt voraussichtlich das Vorjahresniveau überschreiten. Im
Südwesten werden zwar um etwa 10 Prozent niedrigere Erträge erwartet,
in den übrigen Regionen jedoch höhere Erträge. Aus Brandenburg wird
ein Ertragsanstieg um 30 Prozent prognostiziert, ausgehend allerdings
vom trockenheitsbedingt sehr schlechten Vorjahresergebnis. Die
erzielten Erzeugerpreise bewegen sich in einer Spanne zwischen 18,00
und 20,00 D-Mark/dt. Die Spanne wird in Bayern und Hessen
unterschritten. Damit bewegen sich die Veränderungen gegenüber dem
Vorjahr in einer Marge zwischen unverändert und minus 5 Prozent.
    
    Ernte von Raps bereits weit fortgeschritten
    
    In vielen deutschen Ackerbaustandorten ist auch die Rapsernte
beendet. Aus Bayern und von der Rheinschiene werden 100 Prozent
geerntet gemeldet, aus Sachsen-Anhalt 90 Prozent und aus den meisten
übrigen Bundesländern 60 bis 80 Prozent. Anders sieht die Situation
in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern aus. Dort fehlt
den Pflanzen noch die notwendige Reife, weshalb erst 10 Prozent der
Flächen gedroschen werden konnten. Die Ölgehalte liegen über 40
Prozent in einer Spanne bis 43 Prozent in Baden-Württemberg und 45
Prozent in Niedersachsen. Von einem teilweise erhöhten
Schmachtkorngehalt wird speziell aus Thüringen und aus Sachsen
berichtet. Auch andere Regionen sprechen von Problemen bei der
Abreife. Im Ergebnis werden damit keine großen Ertragsveränderungen
erwartet, wobei allerdings regional sehr unterschiedliche Erträge
erzielt wurden. Der internationale Markt für Ölsaaten hat sich in den
letzten Monaten deutlich erholt, was sich auch auf den deutschen
Markt auswirkt. Die Tagespreise für Rapssaat übersteigen die
Kontraktpreise von 36,00 bis 42,00 D-Mark/dt nochmals, in der Spitze
werden Erzeugerpreise bis 46,00 D-Mark/dt erzielt, im Vorjahr waren
es im Mittel etwa 8,00 D-Mark/dt weniger.
    
    Braugerste in Bayern zu 80 Prozent geerntet
    
    Am weitesten fortgeschritten ist die Ernte der Sommergerste in
Bayern, dem größten deutschen Anbaugebiet für Braugerste. Erwartet
wird nur ein leichter Ertragsanstieg um etwa 5 Prozent. Die
Qualitäten bewegen sich auf einem guten Niveau mit Eiweißgehalten von
10 bis 10,5 Prozent. Die Ware konnte sehr trocken eingebracht werden
mit einem niedrigen Feuchtegehalt von 13,5 Prozent. Angeliefert wird
zur Zeit die Vertragsware zu Preisen von 26,00 bis 27,00 D-Mark/dt
für den Erzeuger. Auch in den angrenzenden Bundesländern hat die
Ernte begonnen. Die Erträge liegen dort um bis 20 Prozent unter dem
Vorjahr. Für detaillierte Schätzungen ist der weitere Ernteverlauf
abzuwarten.
    
    Roggen im Süden zur Hälfte geerntet
    
    In Bayern ist auch die Roggenernte weit fortgeschritten. 75
Prozent der Flächen konnten begünstigt durch die hochsommerliche
Witterung geerntet werden mit guten Qualitäten. Hessen meldet einen
Erntestand von 50 Prozent, die Rheinschiene weist einen Stand von 80
Prozent auf. Im Rheinland, in Westfalen-Lippe und in Sachsen-Anhalt
konnten bereits 20 bis 30 Prozent der Flächen geerntet werden, in
Brandenburg ist die Ernte in vollem Gang, in den übrigen Gebieten hat
die Ernte auf den leichten Standorten begonnen. Die Erträge liegen
vielfach auf dem Vorjahresniveau, wobei aus Baden-Württemberg
niedrigere und aus Hessen höhere Erträge gemeldet werden. Die
erzielten Preise werden mit 17,00 bis 19,00 D-Mark/dt angegeben und
liegen damit um etwa 1,00 D-Mark/dt unter dem Vorjahr.
    
    Hauptkultur Weizen vielerorts noch am Anfang
    
    Abgesehen von der Rheinebene, wo bereits 80 Prozent geerntet
wurden, steht die Ernte der Hauptkultur Weizen noch am Anfang.
Lediglich aus den süddeutschen Anbaugebieten und aus dem Rheinland
wird ein Erntestand von ca. 20 Prozent gemeldet. Die Erträge liegen
bisher etwa auf dem Vorjahresniveau. Während der Weizen trocken und
damit voll lagerfähig eingebracht werden konnte und auch gute
Fallzahlwerte erzielt wurden, wird regional von etwas niedrigeren
Eiweisswerten gesprochen. Der Markt hat sich noch nicht richtig
entwickelt; die bisherigen Preisnennungen lassen Preise analog dem
Vorjahr oder leicht darunter erwarten.
    
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