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02.10.2002 – 09:57

NDR Norddeutscher Rundfunk

"Die Nacht des Deutschen Herbstes"
Sendetermin: Sonnabend, 5. Oktober, ab 0.15 Uhr im NDR Fernsehen

    Hamburg (ots)

Die Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns
Martin Schleyer, die Entführung der Luthansa-Maschine "Landshut" - im
"Deutschen Herbst" des Jahres 1977 nahm der RAF-Terrorismus in der
Bundesrepublik Deutschland ein bisher ungekanntes Maß an. Der
zunehmenden Gewalt auf Seiten der Terroristen entsprach auf der
anderen Seite - der des Staates und seiner Organe - eine zunehmende
Aufrüstung und Radikalisierung der Mittel. Regierung, Justiz und
Polizei entwickelten neue Systeme, um der Gefährdung der staatlichen
Ordnung entgegenzutreten. Das NDR Fernsehen erinnert in der "Nacht
des Deutschen Herbstes" von Sonnabend, 5. Oktober, auf Sonntag, 6.
Oktober, ab 0.15 Uhr mit fünf Dokumentationen an die bundesdeutsche
Befindlichkeit vor 25 Jahren:
    
    0.15 Uhr: Deutschland und die RAF
    Der Staat
    Film von Martin Thoma und Erich Schütz
    
    Der Film beschreibt die Reaktion der bundesdeutschen Behörden auf
die Provokation durch den Terror sowie die daraus sich entwickelnde
Eskalationsspirale.
    
    1.00 Uhr: Fluchtpunkt DDR
    Deutschland und die RAF
    Film von Hanna Blösser und Angi Welz-Rommel
    
    Während in der Bundesrepublik fieberhaft nach den Terroristen
Susanne Albrecht, Silke Maier-Witt, Inge Viett und anderen gefahndet
wird, führen diese nur wenige Kilometer entfernt jenseits der
deutsch-deutschen Grenze ein zweites Leben, das biederer und
unauffälliger nicht sein könnte. Aus neun ehemaligen RAF-Mitgliedern
waren brave DDR-Bürger geworden. Nach der Wende 1989 kam das Ende
dieser Doppelleben: Nachdem sie von den Behörden aufgespürt und
enttarnt worden waren, wurden die RAF-Aussteiger in die BRD
überstellt.
    
    1.45 Uhr: Mogadischu - Tage des Schreckens
    Film von Heinrich Breloer
    
    Die Maschine des Flugs LH 181 von Palma de Mallorca nach Frankfurt
wurde am 13. Oktober 1977 von einem palästinensischen Kommando in der
Luft gekapert und mit 87 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern
bis nach Mogadischu in Somalia entführt. Die Geiselnahme sollte vor
dem Hintergrund der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns
Martin Schleyer die Forderung der RAF nach Freilassung ihrer im
Gefängnis einsitzenden Mitglieder unterstützen.
    
    "Mogadischu - Tage des Schreckens" ist eine Dokumentation, die
Heinrich Breloer als Begleitsendung für das zweiteilige Fernsehspiel
"Todesspiel" hergestellt hat. In dieser Dokumentation wird der
Schreckensflug der "Landshut" als Innenansicht von Entführten und
Entführern rekonstruiert. Es entsteht ein Panorama von Angst,
Identitätslosigkeit und schwindender Realitätswahrnehmung.
    
    3.00 Uhr: Zwei Leben im Deutschen Herbst
    Kurt Rebmann und Monika Berberich
    Film von Knut Weinrich
    
    In den 70er-Jahren eskalierte in der Bundesrepublik die
Auseinandersetzung zwischen Linksterrorismus und Staatsgewalt. Kurt
Rebmann folgte dem 1977 von der Roten Armee Fraktion/RAF ermordeten
Siegfried Buback im Amt des Generalbundesanwalts und war seitdem
zuständig war für die Strafverfolgung der RAF; Monika Berberich
gehörte als überzeugtes Mitglied zur ersten Generation der RAF (1974
zu 12 Jahren Haft verurteilt). Beide werden mit Aufnahmen jener Jahre
konfrontiert und erzählen, was sie damals dachten und wie sie heute
dazu stehen.
    
    3.30 Uhr: Sie nannten ihn Familienbulle - Alfred Klaus
    Aus dem Leben eines Kriminalbeamten
    Film von Renate Stegmüller
    
    Während seiner Dienstzeit arbeitet Alfred Klaus bei der
Sicherungsgruppe Bonn. Er ist ein Zeitzeuge für die Geschichte der
RAF. Er ermittelt in der Schleyer-Entführung. Im Bundeskriminalamt
ist er zuständig für die Auswertungen, Analysen und Prognosen zu den
terroristischen Aktivitäten der Baader-Meinhof-Gruppe. Seiner
Überzeugung folgend, dass politische Gewalttaten eine andere Qualität
haben als normale kriminelle Handlungen, beschäftigt er sich mit der
Herkunft und den Denkstrukturen der Baader-Meinhof-Gruppe. Für Alfred
Klaus resultieren daraus die Strategiekonzepte der Terroristen. Er
besucht die Familien der wichtigsten damals bekannten Mitglieder der
Terroristengruppe und führt mit ihnen ausführliche Gespräche. Das
bringt ihm den von Ulrike Meinhof geprägten Spitznamen
"Familienbulle" ein. Sein Privatleben hat Alfred Klaus seinem Beruf
geopfert. Neben seiner Familie, bestehend aus drei eigenen Söhnen und
einem Stiefsohn, zerbricht auch seine Liebesbeziehung zu einer Ärztin
und Psychotherapeutin aus Hamburg. 1989, an seinem 70. Geburtstag,
macht Alfred Klaus einen neuen Anfang. Er macht sich auf den Weg zu
seiner alten Freundin. Sie wollen einen Neuanfang wagen.
    
ots Originaltext: NDR
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Iris Bents                    
Telefon: 040/4156-2304

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