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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Tod einer Schwarzen in texanischem Gefängnis Hässliches Gesicht Dirk Hautkapp, Washington

Bielefeld (ots) - Wieder eine verhängnisvolle Begegnung mit der Polizei. Wieder ein Mensch, der im Gefolge einer Nichtigkeit ums Leben kam. Wieder der Beweis, dass in vielen US-Polizeirevieren etwas grundsätzlich verquerläuft: Es ist keine Vorverurteilung, wenn man den texanischen State Trooper Brian Encinia mittelbar verantwortlich macht für das erbärmliche Ende einer jungen Schwarzen. Dass und wie der Ordnungshüter Sandra Bland abgefertigt hat, weil sie im Auto den Blinker vergessen hatte zu setzen und danach als mündige Bürgerin Paroli bot, ist an gemeingefährlicher Hybris in Uniform schwer zu überbieten. Solche Polizisten, nicht die vielen guten, verantwortungsvollen Cops, sind es, die dem strukturellen Rassismus in Amerika sein hässliches Gesicht geben. Mit neuen Verhaltensregeln und Nachhilfestunden lässt sich das nicht wegreformieren. Das gilt auch für einen Strafvollzug, der im Kern in weiten Teilen nichts anderes ist als die Fortsetzung der Enteignung schwarzer Körper zu Zeiten der Sklaverei. Noch ist nicht zweifelsfrei geklärt, wie Sandra Bland starb. Aber allein die Tatsache, dass man es im Jahr 2015 für denkbar halten muss, dass Polizisten ihre Hand im Spiel hatten, und sei es durch fahrlässige Gleichgültigkeit, als ein Mensch in einer psychischen Ausnahmesituation möglicherweise zusammenbrach und aus dem Affekt gegen sich selbst handelte, verursacht Übelkeit und Wut.

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