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Neue Westfälische (Bielefeld): USA schicken wieder Soldaten in den Irak Hilflose Schulmeister Dirk Hautkapp, Washington

Bielefeld (ots) - Der Kerngedanke, nach dem Desaster unter dem früheren US-Präsidenten George W. Bush nicht erneut aktiv Kriegsherr im Irak zu spielen, ist auf dem Papier immer noch überzeugend. Ebenso Barack Obamas Mantra, dass die Iraker den Kampf gegen den "Islamischen Staat" selbst organisieren und gewinnen müssen. Aber die Wirklichkeit ist, wie so häufig, weit komplizierter. Der Irak kann den Kampf aus eigener Kraft nicht gewinnen. Zwar mögen die Luftangriffe der US-geführten Koalition das Terrornetzwerk punktuell behindert haben. Von einer substanziellen Schwächung kann aber keine Rede sein. Der Urkonflikt zwischen Schiiten und Sunniten in der Region, durch törichte US-Politik am Ende des Irakkriegs befördert, steht dem Aufbau einer schlagkräftigen Armee der nationalen Einheit schier unüberwindbar im Weg. Die Sunniten im Westen des Landes wollen sich nicht für die neue Regierung unter Ministerpräsident Haider al Abadi verkämpfen. Denn auch sie steht unter dem Verdacht, am Ende nur die Sache der Schiiten zu betreiben. Wenn Washington nun angesichts der militärischen Wirklichkeit die Geduld verliert und über die verkrusteten Köpfe der Autoritäten vor Ort hinweg als Schulmeister auftritt und nach eigenem Gusto Kämpfer heranzieht, ist kein nachhaltiger Effekt zu erwarten. Fremdbestimmte Krieger, am Reißbrett entworfen, kämpfen nur mit angezogener Handbremse. Wenn überhaupt.  dirk.hautkapp@ ihr-kommentar.de

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