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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Nordrhein-Westfalen exportiert "Blitzmarathon" Kontrolldruck auf den Straßen FLORIAN PFITZNER, DÜSSELDORF

Bielefeld (ots) - Die Kritiker des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger können sich auf den Kopf stellen, der "Blitzmarathon" entwickelt sich zu einem Erfolgsmodell. Längst ahmen andere Bundesländer die Aktion nach. Jetzt exportiert das Innenministerium sein Konzept erstmals ins europäische Ausland: Mitte April wird die Polizei in 22 Ländern zu schnellen Autofahrern mit Laserpistolen und Radaranlagen nachstellen. Damit profiliert sich Nordrhein-Westfalen als kontinentaler Vorreiter im Kampf gegen Geschwindigkeitsunfälle - ein beachtlicher Vorgang. Niemand stößt sich an der Plausibilität der Gegenargumente. Der "Blitzmarathon" bindet zunehmend Kräfte der Polizei. Im vorigen Jahr kosteten die Einsätze mehr als 57.000 Stunden. Angesichts der angespannten Personallage und der eh schon hohen Zahl an Überstunden müssen die Behörden das Verhältnis von Aufwand und Nutzen im Blick behalten. Jäger aber erneut PR-Aktionen vorzuwerfen, zeugt von einer gewissen Einfallslosigkeit. NRW zählt wegen ungehemmter Raserei viel zu viele Unfälle. Trotz zweier Blitzeraktionen verbuchte das Land 2014 mehr Verkehrstote und Schwerverletzte. Man braucht also einen höheren Kontrolldruck auf den Straßen, im Zweifel auf Kosten von Einsätzen bei Veranstaltungen von vergleichsweise geringerer Wichtigkeit, etwa Fußballspielen - damit der letzte Raser Rücksichtnahme lernt.

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