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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Studie zum Mammographie-Screening Nichts für Lebenskünstler oder Feiglinge PETER STUCKHARD

Bielefeld (ots) - Alle Verfahren der modernen Medizin, Krebserkrankungen möglichst früh zu erkennen, bergen Risiken. Die liegen erstens in der Methodik. Jede diagnostische Maßnahme kann falsche Sicherheit vortäuschen: Es wird kein Krebs entdeckt, obwohl der sich längst im Körper befindet. Oder: Die erste Diagnose legt einen Krebsverdacht nahe, der weiter abgeklärt werden muss. Das können erhöhte Werte beim prostataspezifischen Antigen-Test sein, das können verdächtige Polypen bei einer Darmspiegelung sein, das können verdächtige Stellen auf der Mammographie-Aufnahme sein. In all diesen Fällen lässt man sich, bis das endgültige Ergebnis feststeht, auf das Risiko der Ungewissheit und weitergehender Diagnostik ein. Das kann die eher unangenehme Entnahme einer Gewebeprobe oder im Extremfall sogar eine Operation sein, denn das letzte Wort hat immer der Pathologe. Außerdem sind seelische Risiken zu beachten. Manche Menschen ziehen es halt vor, unbeschwert vom Wissen um eine mögliche schwere Erkrankung zu leben. Das kann viele Jahre gutgehen, bis das dicke Ende kommt. Die Krebsfrüherkennung ist also nichts für Lebenskünstler oder Feiglinge. Daher ist es wenig sinnvoll, über den ohnehin geringen Prozentsatz falscher positiver Befunde zu lamentieren. Für die, die sich den Risiken stellen, überwiegen die Chancen.

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