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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Debatte um Liga-Ausschluss von Vereinen mit gewalttätigen Fans Null Toleran THOMAS SEIM

Bielefeld (ots)

Kriminelle Straftäter müssen bestraft werden. Die Täter aus Dresden, die unter dem Vorwand eines Zweitligaspiels gegen Arminia Bielefeld nach Ostwestfalen reisten, sind Kriminelle, die sich hinter einer angeblichen Begeisterung für einen Verein verstecken. Sie haben mit Fußball nichts zu tun. Ist vor diesem Hintergrund der Ausschluss von Vereinen aus dem Ligabetrieb, wie ihn Arminia-Geschäftsführer Marcus Uhlig in die Diskussion geworfen hat, zielführend? Man ist in der Schocksituation der Ereignisse vom Freitag geneigt, Uhlig zu folgen. Es ist nicht das erste Mal, dass Dresdner für solche überfallartigen Auftritte am Rande von Fußballspielen sorgen. Und für Uhligs Vorschlag spricht, dass Empörung und Fassungslosigkeit ein Ventil brauchten. Wirklich zum Ziel aber wird ein Ausschluss von Vereinen aus dem Sportbetrieb kaum führen. Schon jetzt beobachten Sachverständige, dass der Verfolgungsdruck auf Gewalttäter in den höheren Ligen dazu führt, dass die Exzesse in den unteren Ligen, gewissermaßen bei uns vor der Haustür, steigen. Auch gibt ein Ausschluss von Vereinen keine Antwort auf die Frage, warum man ausgerechnet diejenigen für Taten bestrafen soll, die damit gar nichts zu tun haben, sondern in der Regel engagierte Vereinsführungen sind, die sich für sportliche Leistung und Fairness einsetzen. Zugegeben: Dresden ist ein besonders extremes Beispiel. Aber skrupellose Gewalttäter gibt es auch in anderen Fußballstädten, auch bei uns in Bielefeld. Und wir wissen inzwischen auch, dass sie oft aus ganz, sagen wir: normal-bürgerlichen Zusammenhängen kommen und plötzlich ausrasten. Eine Bestrafung der Vereine, die ja auch soziale und Integrationsfunktionen übernehmen, führt da nicht zum Ziel. Anfang der 90er Jahre ist es dem damaligen New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani gelungen, die Kriminalitätsrate und insbesondere Gewalttaten in der damals zu den Städten mit der höchsten Mord- und Gewaltrate zählenden Metropole drastisch zu verringern. "Null Toleranz" nannte er seine Strategie. Auch damit bleibt zwar ein Restrisiko verbunden. So führt sie oft zur Verlagerung von Kriminalität auf andere Orte und Vororte. Auch bedarf es einer ordentlichen Kontrolle der staatlichen Gewalt, damit der Rechtsstaat nicht in Richtung Polizeistaat driftet. Aber der Grundsatz des harten Durchgreifens gegen kriminelle Chaoten muss gelten. Defensivstrategien führen gegen diese Gruppen zu nichts. Sie sind dazu nicht kommunikationsfähig und -bereit. Man muss die Täter bestrafen, hart und unmittelbar. Dafür gibt es Gesetze. Mag sein, dass diese Gesetze nicht streng genug sind. Mag auch sein, dass unsere Polizei nicht ausreichend ausgestattet ist, um diesen Sumpf der Gewalt trockenzulegen. Dann ist es an der Politik, dies zu ändern. Jedem Täter muss klar werden, dass die Anonymität der Masse ihn nicht vor harten Strafen schützt. Null Toleranz. Das hilft auch dem Fußball.

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