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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar zu Verwirrung um Biosprit E 10 Benzin statt Schnitzel HANNES KOCH, BERLIN

Bielefeld (ots) - Der sogenannte Bio-Sprit E10 bleibt ein Problem. Auch wenn Regierung und Wirtschaft am Dienstag verabredet haben, die Autofahrer besser zu informieren, welche Fahrzeuge geeignet sind und welche nicht. Denn in der Benzin-Frage gibt es keine richtige Antwort. Wir wissen: Benzin aus Erdöl gefährdet Umwelt und Klima. Aber auch Benzin aus Zuckerrohr bedroht, wenn es in gigantischen Mengen auf riesigen Flächen hergestellt wird, die intakte Natur. Auch das Umweltministerium räumt ein, dass dieser heikle Punkt kaum zu kontrollieren ist. Der Anbau von Zuckerrohr für die Ethanolproduktion etwa in Südbrasilien kann dazu führen, dass unberührte Wälder für den Anbau von Nahrungsmitteln gerodet werden. So werden die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben, was besonders die zwei Milliarden armen Menschen auf dieser Welt betrifft. Derartige Konflikte kann man verringern, aber nicht beseitigen. Unser hoher Konsum ist im globalen Maßstab sozial- und umweltschädlich - so oder so. Wenn wir daran etwas ändern wollen, müssen wir weniger Rohstoffe verbrauchen. Nicht nur als Gesellschaft insgesamt, sondern auch als Individuen. Was aber können wir als Weltbürger und Verbraucher konkret tun? Die Lehre aus der E10-Debatte lautet eigentlich: weniger Autofahren. Nur so lassen sich Spritverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß verringern. Die Autoindustrie weigert sich ja, wirklich sparsame Fahrzeuge anzubieten. Wer trotzdem Autofahren will wie bisher, kann sich auch andere Varianten überlegen, um seine persönliche Klimabilanz zu verbessern. Beispielsweise weniger Fleisch essen. Denn auch unser Fleischkonsum treibt den Kohlendioxid-Ausstoß in die Höhe. Schon gut - alles miesepetrige Vorschläge. Bescheidenheit ist keine Zier, sondern öde. Aber seien wir mal ehrlich: Ist es nicht so?

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