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Neue Westfälische (Bielefeld): Neue Westfälische, Bielefeld: KOMMENTAR Erika Steinbach und das deutsch-polnische Verhältnis Besserung nicht in Sicht ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Bielefeld (ots) - Was sich die Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach bisher an sogenannten missverständlichen Äußerungen hinsichtlich des deutsch-polnischen Verhältnisses geleistet hat, wurde von CDU-Parteifreunden stets relativiert. Im Grunde habe Steinbach mäßigend gewirkt und die radikalen Kräfte herausgehalten. Mag diese Argumentation einst richtig gewesen sein - sie zieht nicht mehr. Denn Steinbach beschwichtigt nicht mehr. Sie zündelt. Besserung ist nicht in Sicht. Erst macht Steinbach mit umstrittenen Äußerungen über die polnische Mobilmachung vor dem Zweiten Weltkrieg Furore. Dann bezeichnet sie den 88-jährigen Auschwitz-Häftling und polnischen Ex-Außenminister Wladyslaw Bartoszewski als "schlechten Charakter". Sie muss ihn nicht mögen. Aber von der Vertriebenenpräsidentin darf man so viel Lebensweisheit erwarten, dass sie ihre Gefühle nicht vor laufenden Kameras in alle Welt hinausposaunt. Den Vertriebenen erweist sie einen Bärendienst. Wer glaubt noch daran, dass die in Berlin geplante Dauerausstellung zum Schicksal der Vertriebenen tatsächlich der Aussöhnung der europäischen Völker dienen wird? Und sieht so der konservative Diskurs aus, nach dem sich einige in der CDU angeblich so innig sehnen? Wenn konservativ sein bedeutet, die Kriegsschuldfrage wieder aufzuwerfen und Auschwitz-Überlebende zu beleidigen, kann man nur inständig hoffen, dass die CDU niemals eine richtig konservative Partei wird.

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