Kaufmännische Krankenkasse - KKH
Herzen außer Takt: Zahl der Infarkte geht zurück
Herzen außer Takt: Zahl der Infarkte geht zurück
KKH zum „Go Red Day“: Warnsignale bei Frauen oft fehlgedeutet
Hannover, 4. Februar 2026 – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen in Deutschland – und trotzdem denken viele beim Thema Herzinfarkt zuerst an Männer. Anlässlich des „Go Red Days“ am 6. Februar macht die KKH Kaufmännische Krankenkasse auf diese Wahrnehmungslücke aufmerksam. Die gute Nachricht: Wie eine aktuelle Auswertung der KKH zeigt, ist die Zahl der akuten oder wiederholten Herzinfarkte in den vergangenen Jahren insgesamt rückläufig. Während der Anteil betroffener Männer zwischen 2014 und 2024 um 18,5 Prozent zurückging, ist der Rückgang bei Frauen mit 13,7 Prozent etwas weniger stark. Darüber hinaus zeigen die Daten, dass das Herzinfarkt-Risiko bei beiden Geschlechtern ab etwa 55 Jahren deutlich ansteigt. Insgesamt waren 2024 mehr als 7.700 KKH-Versicherte aufgrund eines Infarktes in ärztlicher Behandlung. Gerade bei Frauen werden Herzinfarkte häufig erst spät erkannt und Warnsignale fehlgedeutet. Deshalb braucht das Thema trotz aktuell sinkender Zahlen weiterhin besondere Aufmerksamkeit.
Herz in Gefahr? Reagieren rettet Leben
„Das typische starke Stechen in der Brust ist bei Frauen seltener das vorherrschende Symptom bei einem Herzinfarkt“, erklärt Dr. Nele Tempelhof, Ärztin im Kompetenzteam Medizin der KKH. „Viel häufiger berichten Betroffene über unspezifische Anzeichen wie Atemnot, Übelkeit, Druckgefühl im Oberbauch oder eine unerklärliche Abgeschlagenheit.” Diese Beschwerden werden immer wieder falsch interpretiert und nicht mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht. Das kann lebensbedrohlichen Folgen haben: „Je schneller ein Herzinfarkt behandelt wird, desto besser sind die Überlebenschancen. Studien zeigen aber, dass Frauen bei einem Herzstillstand seltener von Laien reanimiert werden und dadurch in der Folge häufiger versterben“, sagt die KKH-Expertin. Neben falsch interpretierten Symptomen spielen bei der Reanimation durch Laien häufig die Bedenken, etwas falsch zu machen oder in die Intimsphäre der anderen Person einzugreifen, eine große Rolle. Dabei gilt: Eine Herzdruckmassage ist immer richtig, wenn jemand bewusstlos wird und nicht mehr normal atmet – egal, ob bei einer Frau oder einem Mann. Nele Tempelhof betont: „Jede Minute ohne Herzdruckmassage senkt die Überlebenschance. Deshalb ist es wichtig, dass Umstehende mutig handeln. Mein Rat ist: Lieber unperfekt helfen als gar nicht.“
Menopause: ein Wendepunkt für das Herz
Schnelles Eingreifen ist im Notfall entscheidend. Genauso wichtig ist es aber, Herz-Kreislauf-Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. „Die rückläufigen Infarktzahlen sind eine erfreuliche Entwicklung. Neben dem Fortschritt in der medizinischen Versorgung trägt dazu auch ein wachsendes Bewusstsein für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, Rauchverzicht und Stressmanagement können das Infarktrisiko deutlich senken“, erklärt KKH-Expertin Dr. Nele Tempelhof.
Was viele Frauen nicht wissen: Die Menopause wirkt sich auch auf die Herzgesundheit aus. In dieser Lebensphase lässt der schützende Einfluss des Hormons Östrogen nach. Mit dem Absinken des Östrogenspiegels steigen häufig Blutdruck, Blutfette und Körpergewicht. Das alles sind Faktoren, die das Herz-Kreislauf-System belasten. Frauen sollten deshalb gerade dann regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Blutdruck-Checks wahrnehmen. Generell gilt in jedem Alter: Wer Risiken kennt, Symptome ernst nimmt und auf einen gesunden Alltag achtet, kann das eigene Herz langfristig stärken.
Um Herz-Kreislauf-Problemen frühzeitig entgegenzuwirken, unterstützt die KKH ihre Versicherten mit verschiedenen Angeboten. Weitere Informationen finden Interessierte unter Herz-Kreislauf | KKH. Zusätzlich können Versicherte an Präventionskursen zu den Themen Bewegung, Ernährung, Stress- und Ressourcenmanagement teilnehmen: Individuelle Prävention | KKH
Hintergrundinformationen
Die KKH Kaufmännische Krankenkasse hat Versichertendaten zu akuten Myokardinfarkten (Diagnose I21 nach ICD-10) sowie rezidivierenden Myokardinfarkten (Diagnose I22 nach ICD-10) von 2014 bis 2024 erhoben. 2024 waren deshalb bundesweit rund 7.740 KKH-Versicherte in ärztlicher Behandlung, davon rund 4.800 Männer sowie rund 2.940 Frauen. Insgesamt ging der Anteil der betroffenen Versichertenzwischen 2014 und 2024 um 15,1 Prozent zurück (von 0,56 Prozent auf 0,47 Prozent). Bei den Frauen sank der Anteil der betroffenen Versicherten von 0,37 Prozent auf 0,32 Prozent (minus 13,7 Prozent), bei den Männern von 0,81 Prozent auf 0,66 Prozent (minus 18,5 Prozent).
Mit gut 1,5 Millionen Versicherten, einem Haushaltsvolumen von rund 8,2 Milliarden Euro und rund 4.000 Mitarbeitenden zählt die KKH Kaufmännische Krankenkasse als eine der größten bundesweiten Krankenkassen zu den leistungsstarken Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung. Nähere Informationen erhalten Sie unter kkh.de/presse/portraet.
Beste Grüße KKH-Pressestelle
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