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Braucht Deutschland ein Burka-Verbot? CDU-Vize diskutiert bei stern TV mit gläubigen Musliminnen

Köln (ots) - In der Diskussion um ein Burka-Verbot hat die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner bei stern TV erneut unterstrichen, dass eine Vollverschleierung in Deutschland nicht toleriert werden darf: "In einer offenen Gesellschaft muss man Gesicht zeigen", sagte die Politikerin am Mittwochabend. Denn: "Wenn ich kein Gesicht sehe, ist auch keine Kommunikation möglich." Die CDU-Politikerin machte deutlich, dass es ihr in der Debatte nicht um das Thema Sicherheit geht. "Ich diskutiere das Thema unter der Frage der Gleichberechtigung und der Integration." Und: "Die Vollverschleierung ist gegen die Würde der Frau, Frauen werden entmenschlicht."

Gegenwind bekam die Politikerin bei stern TV von der muslimischen Publizistin Khola Maryam Hübsch, die ein Burka-Verbot als verfassungswidrig bezeichnet: "Solange die Frau die Rechte anderer nicht verletzt, darf sie so rumlaufen wie sie möchte." Niemand könne das Recht einfordern "jemandem ins Gesicht zu schauen", sagte Hübsch im stern TV-Studiogespräch. Die Debatte um ein Burka-Verbot nannte sie eine Schein-Debatte: "Es ist ein billiger Trick, um am rechten Rand zu fischen." Hübsch selbst räumte ein, die Burka auch nicht zu mögen. Aber: "Für viele Frauen gehört es zur Würde, dass sie Schleier tragen dürfen. Und sie empfinden es somit als entwürdigend, wenn es ein Schleier-Verbot geben würde."

Auch die 31-jährige Fatma aus München, die sich vor sechs Jahren bewusst für die Vollverschleierung entschieden hat, sprach sich in der Live-Sendung gegen ein Burka-Verbot aus: Ohne Niqab würde sie das Haus gar nicht verlassen. "Ich möchte selbst entscheiden, wer was von meinem Körper sieht."

Die 30-jährige Rana kann das nicht verstehen. Sie hat die Vollverschleierung nach ihrer Flucht aus Saudi-Arabien für immer abgelegt - und fühlt sich seitdem endlich frei. "Ich würde lieber sterben, als mich wieder zu verschleiern. Es ist wie ein Gefängnis."

Seit Wochen geht es in Deutschland unter dem Stichwort Burka-Verbot um die Frage, wie viel Religionsfreiheit wir akzeptieren können und ob die Vollverschleierung zu unserem Straßenbild gehört. In einer von stern TV in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage gaben 60 Prozent der Befragten an, für ein Verbot der Vollverschleierung in der Öffentlichkeit zu sein - darunter waren Anhänger aller Parteien. Ein Burkini-Verbot dagegen lehnten die Befragten mehrheitlich ab. Nur 26 Prozent waren dafür, 68 Prozent dagegen.

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Heike Foerster
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