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15.07.2003 – 12:06

PHOENIX

PRESSEMITTEILUNG

Bonn (ots)

Rogowski fordert Niedriglohnsektor: Arbeitsplätze
gegen Lohnhöhe aufwiegen Engelen-Kefer: Gewerkschaften erreichen
junge Menschen nicht
Einen effektiven Niedriglohnsektor und weitreichende Veränderungen
des Betriebsverfassungsgesetzes fordert der Präsident des
Bundesverbandes der Industrie, Michael Rogowski. Im Politiktalk Unter
den Linden bei PHOENIX sprach sich Rogowski dafür aus, dass
Betriebsräte und Arbeitgeber in Zukunft auf Betriebsebene auch nach
unten Tarifabweichungen verabreden dürfen. Ebenso soll das sogenannte
"Günstigkeitsprinzip" verändert werden. Dies erlaubt zur Zeit nur
Abweichungen vom Tarifvertrag, die für Arbeitnehmer günstiger sind.
Rogowski will, dass für den Erhalt von Arbeitsplätzen in Zukunft auch
Absprachen unterhalb des Tarifvertragniveaus möglich sind. Er sagte,
in Deutschland gäbe es keinen "effektiven Niedriglohnsektor". Der
könne so geschaffen werden und damit Arbeit nach Deutschland
zurückholen, die jetzt im Ausland erledigt werde.
Dem widersprach in der Sendung Ursula Engelen-Kefer, die
stellvertretende DGB-Vorsitzende. "Wir brauchen hier keine
Einmischung der Politik", sagte die Gewerkschafterin und verwies
darauf, dass es bereits eine Vielzahl von Absprachen auf
Betriebsebene gäbe. Dort werde auch über flexible Arbeitszeitmodelle
diskutiert. Mit Blick auf den Streit um die 35-Stunden-Woche sagte
die Gewerkschaftsführerin, Deutschland brauche eine differenzierte
Arbeitszeitpolitik.
Engelen-Kefer räumte aber auch Versäumnisse bei den Gewerkschaften
ein. Vor dem Hintergrund des Konflikts in der IG Metall mahnte sie:
"Wir müssen uns mehr an dem orientieren, was die Menschen betrifft".
Hier gäbe es noch eine "Riesenlücke" zwischen der Politik und den
Bedürfnissen der Menschen. Die IG Metall befände sich in einem
"schwierigen Spagat". Sie werde dominiert von männlichen
Facharbeitern. Dagegen hätten es die Gewerkschaften, wie andere
Organisationen auch, nicht geschafft, "an die jungen Leute
ranzukommen."
Angesichts dieser kritischen Töne schlug Rogowski vor, sie sei
eine reformfreudige Frau in der Gewerkschaft und deshalb "eine gute
Besetzung für den IG-Metall-Vorsitz!"
ots-Originaltext: Phoenix
Digitale Pressemappe: 
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Kontakt:

Regina Breetzke

Telefon:0228 / 9584 193

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