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Tag der Verkehrssicherheit am 16. Juni 2018: Zahl der Verkehrstoten in Deutschland immer noch zu hoch!

Tag der Verkehrssicherheit am 16. Juni 2018: Zahl der Verkehrstoten in Deutschland immer noch zu hoch!
Tag der Verkehrssicherheit 2018 (Foto: DVR e.V./ Brian Kostiuk on Unsplash)
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+++ 3.177 Verkehrstote 2017 in Deutschland +++ TÜV-Verband beklagt den schleppenden Rückgang der Zahl von Verkehrstoten +++ 3. Mobilitätspaket der EU wichtiger Schritt in die richtige Richtung +++ VdTÜV fordert höheren Schutz gegen Cyberangriffe und bessere Abstimmung der Regelwerke +++

Gerne senden wir Ihnen unsere Pressemitteilung zum morgigen Tag der Verkehrssicherheit zu. Über eine Veröffentlichung freuen wir uns.

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland muss drastisch gesenkt werden. Dies fordert der TÜV-Verband (VdTÜV) anlässlich des Tages der Verkehrssicherheit, der am 16. Juni dieses Jahres vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) ausgerichtet wird. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Digitalisierung des Straßenverkehrs ist hier vor allem die Politik gefragt: Mobilität muss Teil einer digitalen Sicherheitsarchitektur werden, die in Deutschland nach wie vor fehlt. Ein Schritt in die richtige Richtung ist das kürzlich von der EU veröffentlichte dritte Mobilitätspaket.

Im Jahr 2017 ließen auf deutschen Straßen 3.177 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben, 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit ist zwar ein historischer Tiefststand erreicht, aber: "Hinter dieser Statistik stecken Menschen, die ihr Leben verloren haben. Jeder Tote im Straßenverkehr ist einer zu viel", bekräftigt Richard Goebelt, Leiter des Geschäftsbereiches "Fahrzeug und Mobilität" beim VdTÜV. "Um in Europa bis 2020 das Ziel einer Halbierung gegenüber dem Niveau von 2010 zu erreichen, wäre in den EU-Staaten ein jährlicher Rückgang von über elf Prozent nötig." Daher müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um den Straßenverkehr sicherer zu machen.

Vor allem dürfen durch die Digitalisierung keine neuen Gefahrenquellen für den Straßenverkehr entstehen. "Besonders die Sicherheitssysteme, wie Notbrems-, Spurhalte- oder Geschwindigkeitsassistenten sind nicht nur wichtige Meilensteine auf dem Weg zum autonomen Fahren, sie tragen auch zur Vermeidung schwerer Unfälle bei", so Goebelt, "dafür müssen sie aber einwandfrei funktionieren". Daher ist eine zentrale Forderung des TÜV-Verbandes, dass künftig digitale Fahrzeugsysteme bei den Hauptuntersuchungen geprüft werden und die Prüfer einen Zugang zur Fahrzeugsoftware bekommen. Nur so lässt sich ermitteln, ob die Software auch dem genehmigten Stand entspricht und keine Manipulationen stattgefunden haben. Eine große Herausforderung für die Sicherheit entsteht auch durch den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz. "Selbstlernende Systeme reagieren nicht vorhersehbar", erläutert Goebelt. "Künftig werden auch Algorithmen zur TÜV-Prüfstelle müssen."

Die Brisanz der digitalen Sicherheit im Straßenverkehr zeigt sich jüngst in Hackerangriffen, bei denen der Angriff über das Infotainment-System eines Autos erfolgte. Von dort drangen die Angreifer bis zum zentralen CAN-Bus (Controller Area Network) vor und übernahmen die komplette Steuerung. "Diese Verbindung zwischen Unterhaltungselektronik und der zentralen Steuerung ist eine der gefährlichsten Schwachstellen in modernen Fahrzeugen", erläutert Goebelt. Der VdTÜV empfiehlt hier dringend internationale Standards für eine Automotive Security Platform, die alle sicherheitsrelevanten Systeme gegen Angriffe von außen schützt.

Die Verkehrssicherheit in Deutschland hängt stark von den europäischen Rahmenbedingungen ab. "Besonders begrüßen wir, dass die EU in ihrem dritten Mobilitätspaket einen sektorenspezifischen Ansatz für den Schutz von Fahrzeugen gegen Cyberangriffe ankündigt und sich zur Einhaltung geltender Datenschutzanforderungen bekennt." Darüber hinaus sollen elektronische Assistenzsysteme und eine ereignisbezogene Unfalldatenerfassung für jeden in Europa neu zugelassenen Fahrzeugtyp vorgeschrieben werden.

Großes Verbesserungspotenzial in der EU sieht der VdTÜV allerdings in einer besseren Verzahnung der Genehmigung von Fahrzeugen einerseits und ihrer regelmäßigen Überwachung andererseits. "Wir haben hier nach wie vor zwei verschiedene Regelkreise, die besser auf einander abgestimmt werden müssen", so Goebelt. So muss gewährleistet sein, dass einmal genehmigte Fahrzeuge über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg sicher bleiben. "Aufgrund der Veränderbarkeit der Fahrzeuge durch Softwareupdates empfehlen wir dringend, dass die spätere Überprüfbarkeit von Fahrzeugkomponenten bereits Bestandteil der Typgenehmigung wird", erklärt Goebelt. Unabhängige Sicherheitsbewertungen wie die Hauptuntersuchung spielen eine entscheidende Rolle, um Risiken zu kontrollieren und alle Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Gesine Marks
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