Campact e.V.

Campact-Aktion bei Agrarministerkonferenz
"EU-Subventionen für bäuerliche Landwirtschaft statt für Agrarfabriken"/ 70.000 Unterschriften für Online-Appell "Agrarfabriken stoppen" an Aigner übergeben

Berlin (ots) - Beim Treffen von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner mit den Agrarministern der Bundesländer in Berlin demonstrierten über 100 Aktive des Kampagnennetzwerkes Campact für eine Wende in der Agrarpolitik. Der Ministerin wurde ein Appell mit den Unterschriften von über 70.000 Bürgern übergeben. Dieser fordert als Konsequenz aus dem Dioxin-Skandal schärfere Kontrollen und einen Stopp der EU-Subventionierung für Agrarfabriken ( www.agrarfrabriken-stoppen.de ).

An einem Fließband überschütteten als "Agrarfabrikanten" verkleidete Aktivisten Plastikhühnchen mit Dioxinen, während eine Aignerpuppe einen "Subventionsschirm" darüber hielt. Am Ende des Fließbandes fielen die Dioxin-Hähnchen auf die Teller der Verbraucher, denen es irgendwann zu bunt wurde und ihre Teller mit der Forderung "Agrarfabriken stoppen" in die Höhe hielten. Die Aktion wurde vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt.

"Statt nur Symptome zu bekämpfen muss die Politik ran an die tiefer liegenden Ursachen von Lebensmittelskandalen: Agrarfabriken mit tierquälerischer Massentierhaltung, hohem Pestizideinsatz und Überdüngung dürfen nicht länger mit dem Geld von uns Steuerzahlern subventioniert werden. Aigner muss sich endlich bewegen! Sie darf nicht länger die Pläne der EU-Kommission blockieren, die Subventionen von Agrarfabriken zu einer umweltfreundlichen, bäuerlichen Landwirtschaft umzuschichten", forderte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz.

Zugleich begrüßt Campact den Aktionsplan von Landwirtschaftsministerin Aigner. "Die Richtung stimmt, doch jetzt müssen den Ankündigungen auch Taten folgen. Aigner und ihre Ministerkollegen aus den Ländern müssen jetzt zügig weit strengere Kontrollen und eine verbesserte Verbraucherinformation umsetzen. Jetzt dürfen die Pläne nicht verwässert oder verzögert werden", so Bautz.

"Verbraucherinnen und Verbraucher wollen nachhaltig erzeugte Lebensmittel statt Gift in Eiern und Fleisch. Sie wollen eine Landwirtschaft, die Tiere anständig behandelt und die Klima- und Artenvielfalt sichert. Solange die Bundesregierung in Brüssel eine Reform blockiert, die in diese Richtung geht, verrät sie die Interessen der Verbraucher", forderte Reinhild Banning, Leiterin Agrarpolitik des BUND. "Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist vorbei. Gefordert sind Einsatz und Standhaftigkeit für die Reform. Konkret muss Agrarministerin Ilse Aigner sich dafür einsetzen, dass alle Agrarsubventionen an verpflichtende Umweltprogramme gebunden werden. Dazu gehören insbesondere die tier- und klimafreundliche Haltung von Tieren auf der Weide und auf Stroh. Dazu müssen die Agrarsubventionen konsequent umverteilt und Umweltstandards in der Landwirtschaft deutlich angehoben werden."

Für den kommenden Samstag, den 22. Januar rufen Campact und der BUND gemeinsam mit zahlreichen weiteren Umwelt-, Verbraucherschutz- und Entwicklungsorganisationen sowie Bauern- und Bio-Verbänden zu einer großen Demonstration in Berlin auf. Diese steht unter dem Motto: "Wir haben es satt! Nein zu Gentechnik, Agrarfabriken und Dumpingexporten!". Beginn ist um 12.00 Uhr am Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof ( http://www.wir-haben-es-satt.de ).

Pressekontakte:

Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer, bautz@campact.de ,
mobil: 0163 -59 57 59 3
Reinhild Benning, Leiterin Agrarpolitik des BUND,
reinhild.benning@bund.net , 030-27586481, mobil: 0175-7263779

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